Donnerstag, 18. Juni 2015

1. Internationale Deutsche Meisterschaft Nordic-Walking 10K 14.06.2015, Roding

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, am Tag nach einem Halbmarathon wieder in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett zu kriechen und dann auch noch einen 10-k-Walk zu absolvieren? Und dann auch noch im Urlaub? – Indem man begeisterter, enthusiastischer und leidenschaftlicher Sportler ist! Also krabbelte ich am Sonntagmorgen um 6 Uhr aus den Federn und machte mich auf, um 9 Uhr dann auch noch bei der DM Nordic Walking über 10k teil zu nehmen.
Nach einem leichten Frühstück sammelte ich um 7:15 Uhr eine „Kollegin“ von MI-KA Sports ein, eine Freundin spontaner Entscheidungen. So spontan, dass sie als Teil einer Fahrgemeinschaft angereist war und nun ohne fahrbaren Untersatz in Roding war. Für ihre Heimreise war gesorgt, und für die Anfahrt zum Wettkampf hatte ich mich gerne angeboten. Da sie noch nachmelden musste (jaja, die spontane Idee halt!) musste sie mindestens eine Stunde vor dem Start vor Ort sein.
Das Nachmelden funktionierte ohne Probleme und als wir wieder zum Parkplatz gingen trafen nach und nach auch die anderen MI-KAs ein. Leider waren es noch weniger Starter als am Vortag, allerdings auch verständlich: nicht jeder möchte nach einem Halbmarathon noch einen 10er walken, einige mussten auch dringend nach Hause fahren, da sie arbeiten mussten. So waren wir insgesamt sieben MIKAs, die sich auf die Strecke wagten.
Der Startschuss fiel pünktlich um 9 Uhr. Gestartet wurde in 2 Wellen mit 1,5 Minuten Abstand. Die Strecke war ca. 3,3 Km lang und wurde drei Mal gegen den Uhrzeigersinn gewalkt. Sie führte erst in Schlangenlinie über einen Schotterplatz, dann folgte eine kurze rampenartige Steigung von ca. 50 Metern, danach ein steileres Stück von ca. 400 Metern. Ab da wechselte die Strecke zwischen Ebene und leichtem Gefälle. Da war die Schwierigkeit eher in der Ausführung der korrekten Nordic-Walking-Technik: es musste ja immer ein Fuß am Boden und auch der richtige Stockeinsatz wurde von den ca. 15 Kampfrichtern kritisch beäugt und im Zweifel mit Verwarnungen geahndet. Die Kampfrichter waren mit dem Fahrrad und zu Fuß auf der Strecke unterwegs, standen teilweise versteckt hinter Bäumen oder tauchten unvermittelt in Seitenwegen auf. So konnte nun wirklich keiner schummeln! Gut so!
Die Strecke lag mir gut und das Wetter spielte auch mit. Es war bei weitem nicht so warm und schwül wie am Vortag und ich konnte Tempo machen und auch sehr gut halten, die Zeiten der drei gewalkten Runden sind fast identisch. Es gab einen Wasserstand auf der Strecke, an dem ich logischer Weise drei Mal vorbeikam, und bei dem ich auch gerne zugriff. Ab der dritten Runde kam dann auch wieder die Sonne raus und es sehr wurde schnell wärmer.
Das Ziel erreichte ich mit neuer persönlicher Bestzeit in 1:07:47,7 Std. Ich wurde 9. meiner Altersklasse (sie war wieder sehr stark besetzt), 45. bei den Herren und 56. gesamt. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Nach dem sehr anstrengenden Halbmarathon vom Vortag hätte ich nicht mit einer neuen Bestzeit gerechnet. Beim 10k waren insgesamt 73 Herren und 39 Damen am Start, 10 sind nicht angetreten und keiner wurde disqualifiziert. Ich erhielt auch bei diesem Wettkampf weder ein Ermahnung noch eine Verwarnung.
Im Zielbereich gab es leckere Finisher-Weizenbiere, Wasser, ISO-Getränk, Äpfel und Bananen. Da die Siegerehrung schon um 12 Uhr sein solle ging ich ins City-Fit der Mühlbauer AG zum duschen. Diese Idee hatten aber noch ganz viele andere Sportler. In der Hitze des Gefechts schaffte ich etwas, was mir noch nie passiert ist: ich vergaß doch tatsächlich meinen Schuhbeutel samt Schuhen! Zum Glück wurden sie aber gefunden und ich konnte sie später, als mir der Verlust aufgefallen ist, wieder in Empfang nehmen. Danke an den Unbekannten, der sich meiner herrenlosen Treter angenommen hat! Ich hätte sie schmerzlich vermisst, wären sie abhanden gekommen.
Bei der Siegerehrung kam wieder richtig Stimmung auf. MI-KA Sports holte 2 Titel und einen 3. Platz. Michael Epp wurde wieder Gesamtsieger in einer Zeit von 55:15,7 Minuten. Mit dieser Zeit wären viele Läufer höchst zufrieden und er macht es im Nordic-Walking!!
Insgesamt war dieser Lauf genauso perfekt organisiert, wie sein großer Bruder vom Vortag. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle an die vielen Helferinnen und Helfer und noch mal ein sehr großes Dankeschön für dieses Erlebnis an Dirk Grimm dem Hauptorganisator und die Mühlbauer AG für die großzügige Unterstützung.

Die Stimmung im Zelt und auf der Strecke war einmalig. Jeder Nordic-Walker der etwas sportlicher unterwegs sein möchte sollte dies mindestens einmal in seinem Sportler-Leben mitgemacht haben. Das Erlebnis ist den Aufwand der Anreise wert!
Vor dem Start

Dirk Grimm und das Masskotchen.

Gesamtsieger Renate Möbus und Michael Epp.

Deutscher Meister über 10k AK M45, Michael Epp.

Deutsche Meisterin AK W50, Sabine Franz

Sonntag, 14. Juni 2015

Die Hitzeschlacht im Bayrischen Wald am 13.06.2015, Roding

Seit Bekanntgabe des Termins war mein Trainingsziel für dieses Jahr klar: Start am 13. Juni bei der 1. Internationalen Deutschen Meisterschaft im Nordic-Walking Halbmarathon in Roding. Nun ist ja Roding nicht mal gerade um die Ecke und da hieß es am Freitag, 12. Juni sehr früh aufstehen und die knapp 600 km hin fahren. Die Anreise war problemlos und Dank meines Navis habe ich mich nicht verfahren. Und Dank geschmeidig laufenden Verkehrs war ich auch schon um 13:30 Uhr vor Ort beim City Fit der Mühlbauer AG, um die Startunterlagen abzuholen. Dies ging zügig über die Bühne und ich hatte noch reichlich Zeit, um mir den Start- und Zielbereich anzusehen. Hier war fast alles schon aufgebaut. Auf dem Rückweg zum Wagen traf ich auch die ersten Teilnehmer von MI-KA Sports und wir unterhielten uns etwas. Danach bezog ich meine Wohnung, heißt: ich habe meine ganzen Sachen hochgetragen und teilweise auch gleich ausgepackt. 

Die Eröffnungsfeier sollte um 18 Uhr stattfinden und anschließend war die Pasta Party im City Hotel – meine erste Pasta Party überhaupt! Auf dem Weg dorthin traf ich dann auch die übrigen MI-KAs die es sich in einem Eiscafé bequem gemacht hatten. Wir unterhielten uns und ich wurde denen vorgestellt, die mich noch nicht kannten. Kurz vor 18 Uhr traf dann auch zu meiner Freude der alte Deutsche Meister und Weltmeister Michael Epp mit seiner Frau Karin ein. Wir kennen uns seit der DM in Hausen im Oktober 2013 und haben seit dem lockeren Kontakt.

Nach dem Einmarsch der Nationen bei der Eröffnungsfeier hielten Bürgermeister Franz Reichold , der Chef der Mühlbauer AG Josef Mühlbauer und Dirk Grimm (verantwortlicher Organisator) Reden. Der Einmarsch der Nationen war schön bunt: Kinder trugen in der jeweiligen Landestracht die Fahnen der teilnehmenden Nationen. Nach einer Vorführung des City Fit ging es mit Blasmusik zum City Hotel wo das Pasta-Essen stattfand.











Wir suchten uns einen Platz so weit wie möglich von der Blasmusi weg, schließlich wollten wir uns unterhalten. Für die Pasta hatte ich im Vorfeld Gutscheine bekommen, Getränke gab es zu zivilen Preisen (Cola 0,3l 2 € und 0,5 l Bier zu 3€). Zu meiner Überraschung gab es aber keine Nudeln (irgendwie hatte ich mit Pasta Party halt Nudeln in Verbindung gebracht), sondern Lasagne in vegetarisch und mit Fleisch. Ist sowieso nicht so mein Fall und vor einem Wettkampf finde ich es eher riskant wegen des hohen Fettgehalts – aber es ging zum Glück alles gut.
In lustiger Runde saßen wir noch bis ca. 20.30 Uhr zusammen und quatschten. Viele bekannte Gesichter fielen mir auf, einige Nordic Walker aus NRW waren wohl tatsächlich aufgrund meiner ausgelegten Flyer angereist.
Anschließend ging ich dann wieder zur Wohnung packte meine Sachen für den Wettkampf und ging schlafen.

Und natürlich war auch am Wettkampftag frühes Aufstehen Pflicht – schließlich sollte um 9 Uhr der Startschuss fallen. Und so machte ich mich nach einem leichten Frühstück auf den Weg zum Start.
Ich war, wie immer, zeitig vor Ort. Startnummer hatte ich ja bereits und so konnte ich in Ruhe noch ein paar Fotos machen. Die anderen MI-KAs trafen dann auch nach und nach ein. Wir unterhielten uns kurz und dann war es Zeit sich warm zu machen. Warm machte sich auch das Wetter. Die Temperaturen waren inzwischen schon fast auf 20 Grad geklettert. Um 8:45 Uhr ging es dann zur Startaufstellung. Es wurde in 4 Blöcken gestartet. Ich reihte mich in den 2. Block ein. Pünktlich ab 9 Uhr fielen die Startschüsse mit Abstand von 1 bis 1,5 Minuten je Block.
Die perfekt ausgeschilderte Strecke bestand zum größten Teil aus Waldboden und Schotter und nur zu ca. 5% aus Asphalt. Der Weg führte uns teilweise in langen Geraden durch den Wald und vor dem Zieldurchlauf (immerhin 4x) gab es einige Serpentinen, damit die kilometrierte Streckenlänge erreicht wurde.
Es wurden 4 Runden gelaufen, eine mit ca. 2km und 3 mit ca. 6km Länge. Die großen Runden waren etwas anspruchsvoller und hatten insgesamt ca. 300 bis 350 Höhenmeter in oft langestreckten Steigungen. Auf der Strecke waren ca. 30 Kampfrichter per Fahrrad und zu Fuß unterwegs. Es konnte wirklich keiner schummeln und laufen und auch die korrekte Nordic-Walking-Technik wurde bewertet. Verstöße führten zu Verwarnungen und nach der 2. Verwarnung hieß es: Duschen gehen. Dieses Schicksal ereilte einige Starter.

Im Laufe des Wettkampfs stiegen die Temperaturen auf ca. 28 Grad, gefühlt aber weit darüber. Es wehte kaum ein Lüftchen und dazu war es dann auch noch ziemlich schwül.  Dankbar griff ich an jedem Wasserstand zu, immerhin gab es sie alle 2km. Die ersten Runden gingen noch einigermaßen, aber dann musste auch ich dem Wetter Tribut zollen und in der letzten Runde das Tempo raus nehmen. Ab da war mein Motto nur noch: gesund ankommen und im Rhythmus bleiben!
Das haben aber wohl nicht alle so gesehen. Eine Favoritin auf den Titel, eine Frau mit jahrelanger Sporterfahrung, musste wohl wegen Dehydrierung aufgeben. Sie war anscheinend auf der Strecke bewusstlos geworden und musste mit dem Rettungswagen abgeholt werden. Im Ziel wurden auch öfter die Sanitäter zu Leuten gerufen, die sich übernommen hatten. Ein Segen waren sie jedoch nach einer Behandlung und Flüssigkeitszufuhr nach einiger Zeit wieder wohlauf.
Meine Endzeit war 2:49:39 Stunden. Womit ich aufgrund der Witterungsverhältnisse vollkommen zufrieden bin. Ich wurde 14. meiner Altersklasse und 82. bei den Herren. Es sind 105 ins Ziel gekommen und bei den Damen 41. Elf Sportler mussten auf Grund Witterung und Verletzung aufgeben und einige wurde verwarnt und disqualifiziert. Zu meiner großen Freude erhielt ich weder eine Ermahnung noch eine Verwarnung!





Nach dem Zieleinlauf gab es Äpfel, Bananen, Müsli-Riegel, alkoholfreies „Finisher Bier“, Wasser und ISO-Getränk. Außerdem konnte man sich die Waden oder Rücken massieren lassen – ein Angebot, das ich sehr gerne genutzt habe.









Der alte und neue Deutsche Meister und mehrfacher Weltmeister Michael Epp mit mir vor dem Start.




Insgesamt ein PERFEKT organisierter Lauf. So ein riesen Event kann nur reibungslos verlaufen, wenn das Organisationsteam voll hinter dem Projekt steht, viele im Team selbst erfahrene Sportler sind und, nicht zuletzt, die finanziellen Mittel vorhanden sind (heißt: genügend potente Sponsoren). Mein ganz großes Lob und Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern, allen voran dem Hauptorganisator Dirk Grimm und der Mühlbauer AG für die großzügige Unterstützung. Besser kann man eine solche Veranstaltung nicht ausrichten!

Im Anschluss an die DM fanden noch die Läufe statt. Es war heiß, ich hatte Durst, ich hatte Zeit – also gab es nur eine Option: EIS. Nach dem Duschen und Umziehen hatte ich mich also mit anderen MIKAs für 16 Uhr in einem Eiscafé in Roding verabredet. Wir genossen Eis und leckeren Kaffee im Schatten der Schirme. Es waren auch einige der anderen deutschen Teams anwesend und mit angeregten Gesprächen und vielen netten Kontakten und Bekanntschaften wurde die Wartezeit sehr kurzweilig und um 17: 30 Uhr brachen wir dann auf, um zur Siegerehrung auf dem Gelände der Mühlbauer AG zu fahren.







Vor der Siegerehrung wurden noch einige Reden gehalten und die Spendenschecks für lokale und internationale Projekte und Einrichtungen vergeben. Es wurden viele bedacht. So gingen unter anderem an die BRK Hundestaffel, einige Schulen und Kindergärten zwischen 500 € und 1200€, die Erdbebenhilfe für Nepal 11.000 € für eine Wasseraufbereitungsanlage und ISNA El Salvador erhielt 25.000 $. Die Sponsoren hatten rund 40 000 € gespendet, der Betrag wurde von der Mühlbauer AG auf glatte 100 000 € aufgestockt.


Dirk Grimm, verantwortlicher Organisator.

Bürgermeister der Stadt Roding Franz Reichold.

Josef Mühlbauer





Die Stimmung bei der Siegerehrung war super. Obwohl dieses Mal personell nicht so stark vertreten, hatte MI-KA Sports gut abgeschnitten. Die Herrenmannschaft wurde Vizemeister. Michael Epp wurde Gesamtsieger (also ist der alte wieder der neue Deutsche Meister – Glückwunsch!). Insgesamt holten wir 4 DM Titel, 2 Vize-Titel und einen 3. Platz. Wir waren insgesamt mit leider nur mit 14 Sportlern am Start, da viele an diesem Wochenende nicht konnten. Wäre ich nicht eingebrochen in der letzten Runde wäre eine einstellige Platzierung für mich möglich gewesen. Meine Altersklasse war sehr stark besetzt.

Hier die Bilder aller MI-KAs, die auf dem Treppchen standen.


Gesamtsieger Michael Epp

Patrik Merk, Deutscher Meister in der Hauptklasse.

Deutscher Vizemeister AK M40, Gregor Latka.

Michael Epp wurde natürlich auch Deutscher Meister der AK M45.

Deutsche Vizemeisterin der AK W50, Sabine Franz.

Deutsche Meisterin der AK W60, Karin Maria Rudolph.

Sie feierte Ihren Sieg richtig!!!


3. in der AK M65 Peter Winkels

Mit einem großen Respekt von mir die ältesten Sieger AK  M75, Deutscher Meister Georg Schneider

Die Deutschen Mannschaftsmeisterinnen, Nordic Walking Team Hohenzollern. Sie brauchten etwas Hilfe um den prall gefüllten Pokal halten zu können. Es war ein graviertes 10l Weizenbierglas.

Die Deutschen Mannschafts-Vizemeister, Team MI-KA Sports

Paul musste sofort die Qualität des Weizens testen.


Es schmeckte ihm anscheinend gut.

Allen MI-KAs schmeckte es.





Nach den Siegerehrungen gab es noch das Mannschaftsfoto und danach machten wir uns nach und nach auf den Weg in unsere Unterkünfte, da einige von uns am nächsten Tag bei der 10K DM starten wollten, auch ich.



Freitag, 15. Mai 2015

WDR4-Walking Krefelder Rennbahn 10.05.2015

Wie sagte schon Marcel Reich-Ranicki: "Es ist an sich kein schlechtes Buch" (in meinem Fall: keine schlechte Veranstaltung). Dachte ich zumindest nach den vielen positiven Berichten über den WDR4 Walking Day vom vergangenen Jahr. Damals veranstaltete der Sender ihn auf der Zülpicher Gartenschau, dieses Jahr auf der Rennbahn in Krefeld, als gar nicht so weit weg von Erkelenz. Außerdem schien der Wettkampf ein echtes Schnäppchen zu sein (10€ Gebühr incl. Bahnticket). Kosten: check.
Entfernung: check.
Termin: check.
Passte also alles, also meldete ich mich für meine Generalprobe über 21k an.

Als erstes machte mir die GDL mit ihrem Streik einen Strich durch die Rechnung. So hieß es also, Bahnticket im Umschlag lassen und mit dem Auto anreisen. Dagegen zeigte sich der Wettergott sehr kooperativ: es war sonnig und sollte ca. 20 Grad werden.
Die Anreise war dank Navi sehr einfach und ich war wie immer zeitig vor Ort. Die Parkplätze waren gut ausgeschildert und die zahlreichen Order wiesen gerne den Weg. Die Startnummernausgabe  war problemlos und ich hatte jede Menge Zeit, mir die dazugehörige "Walking-Messe" anzusehen. Davon hatte ich mir aber allerdings mehr versprochen, denn sie war sehr übersichtlich. In knapp 15 Minuten hatte ich alles gesehen und mit Walking oder Nordic-Walking hatte diese "Messe" wirklich nicht besonders viel zu tun.
Also ging ich einen Kaffee trinken. Anders, als bei anderen Wettkämpfen, die von Vereinen organisiert werden, war dieser leider kein Schnäppchen. 2€ für eine kleine Tasse Kaffee - andere Veranstaltungen haben da doch wesentlich "zivilere Preise". Aber wenigstens schaffte ich es am Glücksrad von WDR4 einen Tiegel Body-Butter zu erdrehen.
Nach und nach kamen auch die Walkingkollegen an, mit denen ich mich verabredet hatte. Fast die gesamt Truppe war anwesend - leider auch meine persönlichen "Freunde", die Walking-Läufer. Wir unterhielten uns angeregt über dies und das und jenes und um ca 11 Uhr war es dann an der Zeit sich warm zu machen, schließlich sollte um 12 Uhr für die 21k der Startschuss fallen.
Kurz vor 12 Uhr gingen wir also zur Startaufstellung. Der Start sollte in 3 Wellen stattfinden, erst die 21k, dann 14k und zum Schluss die 7k. Leider war das wohl nicht zu allen durchgedrungen (stand ja nur in allen Infos) also fanden sich bei den 21k Startern auch ein paar ver(w)irrte 14k Starter, die wir dann darauf aufmerksam machten.
Der Start war nicht gerade pünktlich, weil das Bühnenprogramm des WDR4 jetzt schon überzogen hatte und das "Aufwärmprogramm" für die Walker noch nicht abgeschlossen war. Um 12.10 Uhr kam dann der Startschuss für die 21k. Leider hatten sich vor mir ein paar Spaziergänger eingeordnet und ich hatte Probleme Tempo aufzunehmen. Als ich sie dann nach 50 Metern unter leichtem Fluchen hinter mir gelassen hatte konnte ich dann endlich durchstarten.
Das Anfangstempo war recht schnell um die  6,5 min/km. Die Strecke war schön und die Straßen wurden alle durch Ordner kurzfristig abgesperrt wenn Walker kamen. Leider setzten sich die beiden alt bekannten Walker-Läufer etwas ab. Aber ich ließ sie ziehen. 21k sind doch recht weit, da heißt es mit den Kräften haushalten! Die Strecke ging durch Wohngebiete, über das Gelände von Bayer 05 Uerdingen und durch den Stadtwald. Stutzig wurde ich als im Stadtwald auf einmal der Abschluss-Fahrrad-Fahrer vor mir auftauchte und Markierungsschilder aufhing. Entweder waren Schilder gestohlen worden oder nicht richtig aufgehängt.
Ich hatte allerdings das Glück, dass ich einen guten Walker vor mir hatte, dem ich folgen konnte, und auch ich konnte mir dank meiner Erfahrung die Strecke erschließen, allerdings vermute ich, dass das nicht bei jedem so war, denn zumindest einen 7k-Walker hatte ich plötzlich neben mir und der hatte sich total verlaufen.
Weiter ging es durch die Stadt und der 1. Getränkestand kam. Der war mir bei inzwischen 20°C sehr willkommen. Danach führte die Strecke noch ein Stück durch den Wald um die Rennbahn herum und da war dann auch schon mehr als die Hälfte (ca 12km) geschafft und der 2. Getränkestand wartete auf uns. An diesem Stand war mir die süße Brause schon willkommener, anders als am ersten Stand, wusste ich auch, was mich erwartete und ich griff zum richtigen Becher.
Die Strecke für die 21k Walker bestand im Großen und Ganzen aus den beiden anderen Walks, dem 14er und dem 7er. An der Stelle, wo die 21er allerdings die Wege verließen, die die 14 auch walkten, hatte der Veranstalter wohl vergessen, die Ordner richtig einzuweisen. An den Starßenquerungen waren auf einmal keine Ordner mehr und so musste ich erst mal einige Wagen passieren lassen bevor ich queren konnte. Schwung verloren. Aus dem Tritt gekommen. Sehr ärgerlich.
Es ging weiter durch Feld und Wald, an einer Gartenhaus-Siedlung vorbei und wieder durch den Wald zur 3. Getränkestation. Dort waren dann auch die letzten 14k und 21k Walker unterwegs, die ich dann gewissermaßen überrundete.
Weiter ging es zum Zieleinlauf auf der Rennbahn. Davor war die Ausschilderung auch wieder nicht eindeutig für die Walker auf der 2. Runde. Bestimmt sind einige 21k Walker weiter geradeaus gegangen. Ich folgte aber meiner Intuition und der Logik und war mit einer Zeit von 2:21:44 h im Ziel. Damit war ich Fünfter gesamt und 4. bei den Herren. Abzüglich der beiden Walker-Läufer wäre ich reell 2. bei den Herren und 3. gesamt. Mit dem Ergebnis bin ich vollkommen zurfrieden. Neue persönliche Bestzeit auf die 21k. 22 Minuten schneller als letztes Jahr. Leider hat die Strecke absolut gar nichts mit der DM-Strecke von Roding gemein, so dass man die Zeiten nur bedingt miteinander vergleichen kann. Wo es in Roding einige Höhenmeter zu bewältigen gilt, sind in Krefeld die höchsten Erhebungen auf der Strecke die Bordsteinkanten und Kanaldeckel.

Als dann nach und nach alle "üblichen Verdächtigen" im Ziel waren, unterhielten wir uns noch eine Weile, ich gönnte mir einen Snack und dann machte ich mich auf den Heimweg.

Allerdings fällt mein Fazit zu dieser Veranstaltung nur in Bezug auf meine Leistung positiv aus. Denn insgesamt war es wohl die am schlechtesten organisierte Veranstaltung, bei der ich in den vergangenen beiden Jahren war!! Was in der Ausschreibung aussah wie ein Schnäppchen entpuppte sich nachher als Mogelpackung. Dass die Streckenmarkierungen geklaut/gedreht werden ist natürlich ärgerlich. Aber damit muss man als Veranstalter rechnen und die Strecke zeitnah noch einmal abfahren (lassen) und die Markierungen neu anbringen oder ausrichten. Das wurde (für mich auf jeden Fall) zu spät oder gar nicht gemacht, daher war die Beschilderung nicht eindeutig und für unerfahrene Teilnehmer zum Teil verwirrend.
Viele Ordner waren auf der zweiten Runde nicht mehr an ihrem Platz und die Straßen waren zum Teil nicht abgesperrt. Es ist für die Teilnehmer eine Zumutung, mitten im Schwung stehen bleiben zu müssen, damit Autos durchfahren können, bevor die Straße überquert werden kann. Ein Unding finde ich (und alle anderen, mit denen ich nach dem Zieleinlauf noch gesprochen habe) , dass es vor Ort weder Umkleiden noch Duschen gab. Wäre ich tatsächlich mit Bus und Bahn angereist - ich hätte mich dann auf der freien Wiese umziehen müssen.
Die Walking-"Messe" hatte ihren Namen nicht verdient, das war eine reine Selbstdarstellung der Sponsoren und Veranstalter. Außerdem fand ich die Verpflegung an den Verkaufsständen zu teuer, eine kleine Tasse Kaffee für 2 €, Pommes 3 € und Wurst 3,50 €. Eine Kugel Eis, die ich auch im Supermarkt von mind. gleicher Qualität bekomme, 1 €. Das sind Kirmes-Preise, aber nichts, was ich auf einer Veranstaltung dieser Art erwartet habe.
Positiv für die Besucher, die Michael Holm und Co. mögen und auf "Umsonst und Draußen" stehen: das Bühnenprogramm von  WDR4.
Aber ich habe dazu gelernt. Ich bleibe lieber künftig bei den kleineren Läufen vor Ort, organisiert von Vereinen, wo die Leute wissen was sie machen, weil sie selbst Sportler sind. Insgesamt waren knapp über 500 Walker am Start und von allen, mit denen ich gesprochen habe, fand keiner ein lobendes Wort über die Veranstaltung und die Organisation.
Mein Rat an WDR4 wäre: lieber vernünftige, lauferfahrene Organisatoren beauftragen, damit so ein Chaos nicht mehr passiert. Dann sind auch die Teilnehmer glücklich und zufrieden und nehmen beim nächsten Mal auch wieder gerne Teil. Ich (und einige der Walkingkollegen, mit denen ich gesprochen habe) nämlich unter diesen Umständen auf keinen Fall.

Montag, 27. April 2015

9. Schloss Dyck Lauf, 26.04.2015

Der Lauf auf dem Gelände von Schloss Dyck ist mittlerweile nicht mehr aus meiner Liste der Wettkämpfe, an denen ich unbedingt teilnehmen möchte, weg zu denken. Und am Sonntag war es wieder soweit: der Schloss-Dyck-Lauf ging in die neunte Runde. Also hieß es: früh aufstehen, statt ausschlafen. Und das, obwohl mir das Training vom Vortrag noch etwas in den Knochen steckte.

Die Anfahrt war trotz der Baustellen problemlos. Einige bekannte Walkingkollegen und -kolleginnen hatten sich auch angemeldet, es ist immer schön, bekannte Gesichter zu sehen. Wie immer war ich sehr zeitig dran, hatte also an Schloss Dyck auch die freie Auswahl bei den Parkplätzen. So konnte ich in aller Ruhe zur Startnummernausgabe gehen, die wie immer, problemlos war. Anschließend war sogar noch Zeit, einen Kaffee zu trinken, bevor ich mich dann am Wagen für den Lauf zurecht machte (Jacke aus-, dafür Laufschuhe anziehen, den Chip am Schuh befestigen und Startnummer mit Startnummerngürtel anziehen).
Wieder im Start- und Zielbereich angekommen traf ich dann die Bekannten, mit denen ich mich verabredet hatte. Wir unterhielten uns über vergangene Wettkämpfe und natürlich über das schöne Ambiente im Bereich des Schlosses und des Parks. Vor den Walkern starteten die 5k Läufer und die Schüler. Pünktlich um 10:10 Uhr fiel der Startschuss für die Walker. Wir setzten uns sofort in einer 6er-Gruppe von den anderen ab. Nach dem 1. Kilometer waren wir noch zu fünft. Platz 4 und 5 wechselten etwas, bis ich den fünften Gesamtplatz für ca. 3 Kilometer behalten konnte.
Nach den kleinen Steigungen konnte ich die beiden vor mit liegenden Walker überholen und ich versuchte noch etwas Tempo zu machen, da ich nicht wieder kurz vor dem Ziel überholt werden wollte. Die an 1. und 2. Stelle liegenden Frauen konnte ich zwar noch sehen, aber einholen war nicht mehr möglich. Gegen Ende waren wir einfach gleich schnell.
So wurde ich mit der Zeit von 33:44 Minuten Dritter im Gesamteinlauf und Sieger bei den Herren, außerdem war ich der erste Nordic-Walker im Ziel. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, das erste Mal in diesem Jahr deutlich unter 7min/km. Bei der Siegerehrung bekam ich wieder einen Gutschein für eine Jahreskarte der Stiftung Schloss Dyck, über den ich mich sehr gefreut habe. So kann ich nämlich den schönen Park und die Anlagen besuchen, so oft ich möchte, vor allem auch wieder zur Schlossweihnacht, die Christine und mir vergangenes Jahr so gut gefallen hat.

Der Lauf war wie immer sehr gut organisiert. Die Streckenführung war im Vergleich zum Vorjahr etwas verändert, aber immer sehr abwechslungsreich. Dank der vielen Kehren und 90-Grad-Kurven konnte man sowohl die vor einem liegenden, als auch die Walker und Läufer hinter einem ein bisschen im Auge behalten. Nach dem Zieleinlauf gab es Wasser und verschiedene Sorten Äpfel aus eigenem Anbau. Für kleines Geld konnte man Kaffee und Kaffeespezialitäten, Kuchen, Obstsalat und Gegrilltes kaufen. Für alle, die noch mehr Obst oder Gemüse wollten, gab es im Shop eine ansprechende Auswahl zu ansprechenden Preisen.

Mit 12 Euro Startgeld ist der Lauf zwar an sich kein Schnäppchen. Aber jeder, der seinen Chip im Ziel wieder zurück gab, erhielt einen Gutschein für eine Tageskarte für Schloss und Park, der ebenso einen Wert von 12 Euro hat. Also war der Lauf nominell kostenlos. Mein Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die der Lauf nicht möglich wäre. Auch das Organisationsteam bewies wieder einmal, wie ein Lauf funktioniert, wenn man weiß, wie es geht.

Gerne im nächsten wieder. Ich freue mich schon darauf, was ihr euch noch einfallen lasst für euer Jubiläum, den 10. Schloss Dyck Lauf.

Hier noch der Zieleinlauf der Walker auf Youtube.

Montag, 6. April 2015

29. internationaler Broichbachtallauf Alsdorf, 06.04.2015

Da ein sehr guter Walkingkollege den Lauf mitorganisiert war es für mich selbstverständlich, dass ich an diesem Lauf auf teilnehmen würde. Also hieß es am Ostermontag nicht ausschlafen, sondern zeitig aufstehen und auf nach Alsdorf!
Navi sei Dank verlief die Anfahrt problemlos und in Alsdorf selbst war alles perfekt ausgeschildert. Vor Ort waren auf den Schulhöfen reichlich Parkplätze vorhanden, auch diese waren dank guter Beschilderung einfach zu finden. Startnummernausgabe ging zügig über die Bühne und ich hatte danach reichlich Zeit Flyer für die DM auszulegen und mich umzusehen. Duschen waren im Gebäude der Realschule vorhanden. Nach und nach kamen dann auch die anderen Walker. Es war diesmal ein sehr starkes, wenn auch kleines Starterfeld. Für mich war zwischen Platz 2 und 6 alles möglich, ich wollte aber nichts riskieren, da ich in den letzten Tagen sehr viel trainiert hatte.
Pünktlich um 10:05 Uhr fiel der Startschuss und wir machten uns auf den Weg. Es setzte sich sofort eine Gruppe von 5 Walkern und Nordic-Walkern von den übrigen ab.
Die Strecke führte zuerst ein Stück durch Alsdorf-Ofden, dann  ging es ab in den Wald. Am Kellersberger Hof bogen wir links ab, Richtung Bahnstrecke. Dort angekommen ging es rechts entlang der Bahnstrecke immer gerade aus. Nach ca. 3,5km ließ ich eine Walkerin an einer Engstelle (den hatte Sturm "Niklas" vergangene Woche gefällt) passieren. Der Spitzenreiter hatte sich inzwischen sehr weit abgesetzt und die anderen 2 konnte ich noch sehen. Am Anfang von Alsdorf-Mariadorf ging es dann rechts durch ein Wohngebiet. Kurz darauf führte die Strecke dann aber wieder durch Feld und Wald. Nach der Broicher Mühle kam dann auch der Wasserstand, der sicher nicht nur mir herzlich willkommen war. Trotz der nur knapp 3 bis 4°C hatte ich bis dahin doch schon heftig geschwitzt .
Durch Feld und Wald führte der Weg uns dann wieder zurück zum Kellersberger Hof und da schloss sich der Kreis, den Rest des Weges waren wir auf dem "Hinweg" schon gegangen. Knappe 2,5 km vor dem Ziel kamen uns die 10k-Läufer entgegen. Sie legten zum Teil aber kein sehr sportliches Verhalten an den Tag - sie nahmen nicht unbedingt Rücksicht auf die ersten entgegenkommenden Walker. Ich habe ihnen allerdings meine Meinung dazu direkt gesagt, besser: geknurrt.
Kurz vor dem Ziel ging es noch ein wenig bergauf und ich konnte zur vor mir liegenden Walkerin aufschließen. Das Ziel erreichte ich in 1:13:30h. Ich wurde 5. im Gesamteinlauf, 4. bei den Herren und 3. Nordic-Walker im Ziel. Damit war und bin ich vollkommen zufrieden.
Die Strecke ging über ca. 60% Asphalt und Pflastersteine und zu 40% Waldboden. Sie ist etwas profiliert, wobei einige kurze steilere Anstiege dabei waren. Sie war mit Markierungen auf dem Boden und an der Strecke perfekt ausgeschildert. Dazu standen an wichtigen Punkten zusätzlich auch noch Ordner, die einem den Weg wiesen.
In der Realschule konnte man sich im Anschluss duschen und in der Aula konnte man bei Speis und Trank zu zivilen Preisen und netten Gesprächen unter Walkingkollegen auf die Siegerehrung warten. Nachdem die Urkunden verteilt und die letzten Kaffeetassen geleert waren, brachen wir nach und nach auf.
Mein Fazit: ein perfekt organisierter Lauf von der Anfahrt bis zur Siegerehrung. Ein sehr großes Lob an den LT-Alsdorf-Ost und vielen Dank an alle Helfer. Ein so gut organisierter Lauf macht richtig Spaß und Lust auf mehr. Also: Gerne im nächsten Jahr wieder.