Freitag, 15. Mai 2015

WDR4-Walking Krefelder Rennbahn 10.05.2015

Wie sagte schon Marcel Reich-Ranicki: "Es ist an sich kein schlechtes Buch" (in meinem Fall: keine schlechte Veranstaltung). Dachte ich zumindest nach den vielen positiven Berichten über den WDR4 Walking Day vom vergangenen Jahr. Damals veranstaltete der Sender ihn auf der Zülpicher Gartenschau, dieses Jahr auf der Rennbahn in Krefeld, als gar nicht so weit weg von Erkelenz. Außerdem schien der Wettkampf ein echtes Schnäppchen zu sein (10€ Gebühr incl. Bahnticket). Kosten: check.
Entfernung: check.
Termin: check.
Passte also alles, also meldete ich mich für meine Generalprobe über 21k an.

Als erstes machte mir die GDL mit ihrem Streik einen Strich durch die Rechnung. So hieß es also, Bahnticket im Umschlag lassen und mit dem Auto anreisen. Dagegen zeigte sich der Wettergott sehr kooperativ: es war sonnig und sollte ca. 20 Grad werden.
Die Anreise war dank Navi sehr einfach und ich war wie immer zeitig vor Ort. Die Parkplätze waren gut ausgeschildert und die zahlreichen Order wiesen gerne den Weg. Die Startnummernausgabe  war problemlos und ich hatte jede Menge Zeit, mir die dazugehörige "Walking-Messe" anzusehen. Davon hatte ich mir aber allerdings mehr versprochen, denn sie war sehr übersichtlich. In knapp 15 Minuten hatte ich alles gesehen und mit Walking oder Nordic-Walking hatte diese "Messe" wirklich nicht besonders viel zu tun.
Also ging ich einen Kaffee trinken. Anders, als bei anderen Wettkämpfen, die von Vereinen organisiert werden, war dieser leider kein Schnäppchen. 2€ für eine kleine Tasse Kaffee - andere Veranstaltungen haben da doch wesentlich "zivilere Preise". Aber wenigstens schaffte ich es am Glücksrad von WDR4 einen Tiegel Body-Butter zu erdrehen.
Nach und nach kamen auch die Walkingkollegen an, mit denen ich mich verabredet hatte. Fast die gesamt Truppe war anwesend - leider auch meine persönlichen "Freunde", die Walking-Läufer. Wir unterhielten uns angeregt über dies und das und jenes und um ca 11 Uhr war es dann an der Zeit sich warm zu machen, schließlich sollte um 12 Uhr für die 21k der Startschuss fallen.
Kurz vor 12 Uhr gingen wir also zur Startaufstellung. Der Start sollte in 3 Wellen stattfinden, erst die 21k, dann 14k und zum Schluss die 7k. Leider war das wohl nicht zu allen durchgedrungen (stand ja nur in allen Infos) also fanden sich bei den 21k Startern auch ein paar ver(w)irrte 14k Starter, die wir dann darauf aufmerksam machten.
Der Start war nicht gerade pünktlich, weil das Bühnenprogramm des WDR4 jetzt schon überzogen hatte und das "Aufwärmprogramm" für die Walker noch nicht abgeschlossen war. Um 12.10 Uhr kam dann der Startschuss für die 21k. Leider hatten sich vor mir ein paar Spaziergänger eingeordnet und ich hatte Probleme Tempo aufzunehmen. Als ich sie dann nach 50 Metern unter leichtem Fluchen hinter mir gelassen hatte konnte ich dann endlich durchstarten.
Das Anfangstempo war recht schnell um die  6,5 min/km. Die Strecke war schön und die Straßen wurden alle durch Ordner kurzfristig abgesperrt wenn Walker kamen. Leider setzten sich die beiden alt bekannten Walker-Läufer etwas ab. Aber ich ließ sie ziehen. 21k sind doch recht weit, da heißt es mit den Kräften haushalten! Die Strecke ging durch Wohngebiete, über das Gelände von Bayer 05 Uerdingen und durch den Stadtwald. Stutzig wurde ich als im Stadtwald auf einmal der Abschluss-Fahrrad-Fahrer vor mir auftauchte und Markierungsschilder aufhing. Entweder waren Schilder gestohlen worden oder nicht richtig aufgehängt.
Ich hatte allerdings das Glück, dass ich einen guten Walker vor mir hatte, dem ich folgen konnte, und auch ich konnte mir dank meiner Erfahrung die Strecke erschließen, allerdings vermute ich, dass das nicht bei jedem so war, denn zumindest einen 7k-Walker hatte ich plötzlich neben mir und der hatte sich total verlaufen.
Weiter ging es durch die Stadt und der 1. Getränkestand kam. Der war mir bei inzwischen 20°C sehr willkommen. Danach führte die Strecke noch ein Stück durch den Wald um die Rennbahn herum und da war dann auch schon mehr als die Hälfte (ca 12km) geschafft und der 2. Getränkestand wartete auf uns. An diesem Stand war mir die süße Brause schon willkommener, anders als am ersten Stand, wusste ich auch, was mich erwartete und ich griff zum richtigen Becher.
Die Strecke für die 21k Walker bestand im Großen und Ganzen aus den beiden anderen Walks, dem 14er und dem 7er. An der Stelle, wo die 21er allerdings die Wege verließen, die die 14 auch walkten, hatte der Veranstalter wohl vergessen, die Ordner richtig einzuweisen. An den Starßenquerungen waren auf einmal keine Ordner mehr und so musste ich erst mal einige Wagen passieren lassen bevor ich queren konnte. Schwung verloren. Aus dem Tritt gekommen. Sehr ärgerlich.
Es ging weiter durch Feld und Wald, an einer Gartenhaus-Siedlung vorbei und wieder durch den Wald zur 3. Getränkestation. Dort waren dann auch die letzten 14k und 21k Walker unterwegs, die ich dann gewissermaßen überrundete.
Weiter ging es zum Zieleinlauf auf der Rennbahn. Davor war die Ausschilderung auch wieder nicht eindeutig für die Walker auf der 2. Runde. Bestimmt sind einige 21k Walker weiter geradeaus gegangen. Ich folgte aber meiner Intuition und der Logik und war mit einer Zeit von 2:21:44 h im Ziel. Damit war ich Fünfter gesamt und 4. bei den Herren. Abzüglich der beiden Walker-Läufer wäre ich reell 2. bei den Herren und 3. gesamt. Mit dem Ergebnis bin ich vollkommen zurfrieden. Neue persönliche Bestzeit auf die 21k. 22 Minuten schneller als letztes Jahr. Leider hat die Strecke absolut gar nichts mit der DM-Strecke von Roding gemein, so dass man die Zeiten nur bedingt miteinander vergleichen kann. Wo es in Roding einige Höhenmeter zu bewältigen gilt, sind in Krefeld die höchsten Erhebungen auf der Strecke die Bordsteinkanten und Kanaldeckel.

Als dann nach und nach alle "üblichen Verdächtigen" im Ziel waren, unterhielten wir uns noch eine Weile, ich gönnte mir einen Snack und dann machte ich mich auf den Heimweg.

Allerdings fällt mein Fazit zu dieser Veranstaltung nur in Bezug auf meine Leistung positiv aus. Denn insgesamt war es wohl die am schlechtesten organisierte Veranstaltung, bei der ich in den vergangenen beiden Jahren war!! Was in der Ausschreibung aussah wie ein Schnäppchen entpuppte sich nachher als Mogelpackung. Dass die Streckenmarkierungen geklaut/gedreht werden ist natürlich ärgerlich. Aber damit muss man als Veranstalter rechnen und die Strecke zeitnah noch einmal abfahren (lassen) und die Markierungen neu anbringen oder ausrichten. Das wurde (für mich auf jeden Fall) zu spät oder gar nicht gemacht, daher war die Beschilderung nicht eindeutig und für unerfahrene Teilnehmer zum Teil verwirrend.
Viele Ordner waren auf der zweiten Runde nicht mehr an ihrem Platz und die Straßen waren zum Teil nicht abgesperrt. Es ist für die Teilnehmer eine Zumutung, mitten im Schwung stehen bleiben zu müssen, damit Autos durchfahren können, bevor die Straße überquert werden kann. Ein Unding finde ich (und alle anderen, mit denen ich nach dem Zieleinlauf noch gesprochen habe) , dass es vor Ort weder Umkleiden noch Duschen gab. Wäre ich tatsächlich mit Bus und Bahn angereist - ich hätte mich dann auf der freien Wiese umziehen müssen.
Die Walking-"Messe" hatte ihren Namen nicht verdient, das war eine reine Selbstdarstellung der Sponsoren und Veranstalter. Außerdem fand ich die Verpflegung an den Verkaufsständen zu teuer, eine kleine Tasse Kaffee für 2 €, Pommes 3 € und Wurst 3,50 €. Eine Kugel Eis, die ich auch im Supermarkt von mind. gleicher Qualität bekomme, 1 €. Das sind Kirmes-Preise, aber nichts, was ich auf einer Veranstaltung dieser Art erwartet habe.
Positiv für die Besucher, die Michael Holm und Co. mögen und auf "Umsonst und Draußen" stehen: das Bühnenprogramm von  WDR4.
Aber ich habe dazu gelernt. Ich bleibe lieber künftig bei den kleineren Läufen vor Ort, organisiert von Vereinen, wo die Leute wissen was sie machen, weil sie selbst Sportler sind. Insgesamt waren knapp über 500 Walker am Start und von allen, mit denen ich gesprochen habe, fand keiner ein lobendes Wort über die Veranstaltung und die Organisation.
Mein Rat an WDR4 wäre: lieber vernünftige, lauferfahrene Organisatoren beauftragen, damit so ein Chaos nicht mehr passiert. Dann sind auch die Teilnehmer glücklich und zufrieden und nehmen beim nächsten Mal auch wieder gerne Teil. Ich (und einige der Walkingkollegen, mit denen ich gesprochen habe) nämlich unter diesen Umständen auf keinen Fall.

Montag, 27. April 2015

9. Schloss Dyck Lauf, 26.04.2015

Der Lauf auf dem Gelände von Schloss Dyck ist mittlerweile nicht mehr aus meiner Liste der Wettkämpfe, an denen ich unbedingt teilnehmen möchte, weg zu denken. Und am Sonntag war es wieder soweit: der Schloss-Dyck-Lauf ging in die neunte Runde. Also hieß es: früh aufstehen, statt ausschlafen. Und das, obwohl mir das Training vom Vortrag noch etwas in den Knochen steckte.

Die Anfahrt war trotz der Baustellen problemlos. Einige bekannte Walkingkollegen und -kolleginnen hatten sich auch angemeldet, es ist immer schön, bekannte Gesichter zu sehen. Wie immer war ich sehr zeitig dran, hatte also an Schloss Dyck auch die freie Auswahl bei den Parkplätzen. So konnte ich in aller Ruhe zur Startnummernausgabe gehen, die wie immer, problemlos war. Anschließend war sogar noch Zeit, einen Kaffee zu trinken, bevor ich mich dann am Wagen für den Lauf zurecht machte (Jacke aus-, dafür Laufschuhe anziehen, den Chip am Schuh befestigen und Startnummer mit Startnummerngürtel anziehen).
Wieder im Start- und Zielbereich angekommen traf ich dann die Bekannten, mit denen ich mich verabredet hatte. Wir unterhielten uns über vergangene Wettkämpfe und natürlich über das schöne Ambiente im Bereich des Schlosses und des Parks. Vor den Walkern starteten die 5k Läufer und die Schüler. Pünktlich um 10:10 Uhr fiel der Startschuss für die Walker. Wir setzten uns sofort in einer 6er-Gruppe von den anderen ab. Nach dem 1. Kilometer waren wir noch zu fünft. Platz 4 und 5 wechselten etwas, bis ich den fünften Gesamtplatz für ca. 3 Kilometer behalten konnte.
Nach den kleinen Steigungen konnte ich die beiden vor mit liegenden Walker überholen und ich versuchte noch etwas Tempo zu machen, da ich nicht wieder kurz vor dem Ziel überholt werden wollte. Die an 1. und 2. Stelle liegenden Frauen konnte ich zwar noch sehen, aber einholen war nicht mehr möglich. Gegen Ende waren wir einfach gleich schnell.
So wurde ich mit der Zeit von 33:44 Minuten Dritter im Gesamteinlauf und Sieger bei den Herren, außerdem war ich der erste Nordic-Walker im Ziel. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, das erste Mal in diesem Jahr deutlich unter 7min/km. Bei der Siegerehrung bekam ich wieder einen Gutschein für eine Jahreskarte der Stiftung Schloss Dyck, über den ich mich sehr gefreut habe. So kann ich nämlich den schönen Park und die Anlagen besuchen, so oft ich möchte, vor allem auch wieder zur Schlossweihnacht, die Christine und mir vergangenes Jahr so gut gefallen hat.

Der Lauf war wie immer sehr gut organisiert. Die Streckenführung war im Vergleich zum Vorjahr etwas verändert, aber immer sehr abwechslungsreich. Dank der vielen Kehren und 90-Grad-Kurven konnte man sowohl die vor einem liegenden, als auch die Walker und Läufer hinter einem ein bisschen im Auge behalten. Nach dem Zieleinlauf gab es Wasser und verschiedene Sorten Äpfel aus eigenem Anbau. Für kleines Geld konnte man Kaffee und Kaffeespezialitäten, Kuchen, Obstsalat und Gegrilltes kaufen. Für alle, die noch mehr Obst oder Gemüse wollten, gab es im Shop eine ansprechende Auswahl zu ansprechenden Preisen.

Mit 12 Euro Startgeld ist der Lauf zwar an sich kein Schnäppchen. Aber jeder, der seinen Chip im Ziel wieder zurück gab, erhielt einen Gutschein für eine Tageskarte für Schloss und Park, der ebenso einen Wert von 12 Euro hat. Also war der Lauf nominell kostenlos. Mein Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die der Lauf nicht möglich wäre. Auch das Organisationsteam bewies wieder einmal, wie ein Lauf funktioniert, wenn man weiß, wie es geht.

Gerne im nächsten wieder. Ich freue mich schon darauf, was ihr euch noch einfallen lasst für euer Jubiläum, den 10. Schloss Dyck Lauf.

Hier noch der Zieleinlauf der Walker auf Youtube.

Montag, 6. April 2015

29. internationaler Broichbachtallauf Alsdorf, 06.04.2015

Da ein sehr guter Walkingkollege den Lauf mitorganisiert war es für mich selbstverständlich, dass ich an diesem Lauf auf teilnehmen würde. Also hieß es am Ostermontag nicht ausschlafen, sondern zeitig aufstehen und auf nach Alsdorf!
Navi sei Dank verlief die Anfahrt problemlos und in Alsdorf selbst war alles perfekt ausgeschildert. Vor Ort waren auf den Schulhöfen reichlich Parkplätze vorhanden, auch diese waren dank guter Beschilderung einfach zu finden. Startnummernausgabe ging zügig über die Bühne und ich hatte danach reichlich Zeit Flyer für die DM auszulegen und mich umzusehen. Duschen waren im Gebäude der Realschule vorhanden. Nach und nach kamen dann auch die anderen Walker. Es war diesmal ein sehr starkes, wenn auch kleines Starterfeld. Für mich war zwischen Platz 2 und 6 alles möglich, ich wollte aber nichts riskieren, da ich in den letzten Tagen sehr viel trainiert hatte.
Pünktlich um 10:05 Uhr fiel der Startschuss und wir machten uns auf den Weg. Es setzte sich sofort eine Gruppe von 5 Walkern und Nordic-Walkern von den übrigen ab.
Die Strecke führte zuerst ein Stück durch Alsdorf-Ofden, dann  ging es ab in den Wald. Am Kellersberger Hof bogen wir links ab, Richtung Bahnstrecke. Dort angekommen ging es rechts entlang der Bahnstrecke immer gerade aus. Nach ca. 3,5km ließ ich eine Walkerin an einer Engstelle (den hatte Sturm "Niklas" vergangene Woche gefällt) passieren. Der Spitzenreiter hatte sich inzwischen sehr weit abgesetzt und die anderen 2 konnte ich noch sehen. Am Anfang von Alsdorf-Mariadorf ging es dann rechts durch ein Wohngebiet. Kurz darauf führte die Strecke dann aber wieder durch Feld und Wald. Nach der Broicher Mühle kam dann auch der Wasserstand, der sicher nicht nur mir herzlich willkommen war. Trotz der nur knapp 3 bis 4°C hatte ich bis dahin doch schon heftig geschwitzt .
Durch Feld und Wald führte der Weg uns dann wieder zurück zum Kellersberger Hof und da schloss sich der Kreis, den Rest des Weges waren wir auf dem "Hinweg" schon gegangen. Knappe 2,5 km vor dem Ziel kamen uns die 10k-Läufer entgegen. Sie legten zum Teil aber kein sehr sportliches Verhalten an den Tag - sie nahmen nicht unbedingt Rücksicht auf die ersten entgegenkommenden Walker. Ich habe ihnen allerdings meine Meinung dazu direkt gesagt, besser: geknurrt.
Kurz vor dem Ziel ging es noch ein wenig bergauf und ich konnte zur vor mir liegenden Walkerin aufschließen. Das Ziel erreichte ich in 1:13:30h. Ich wurde 5. im Gesamteinlauf, 4. bei den Herren und 3. Nordic-Walker im Ziel. Damit war und bin ich vollkommen zufrieden.
Die Strecke ging über ca. 60% Asphalt und Pflastersteine und zu 40% Waldboden. Sie ist etwas profiliert, wobei einige kurze steilere Anstiege dabei waren. Sie war mit Markierungen auf dem Boden und an der Strecke perfekt ausgeschildert. Dazu standen an wichtigen Punkten zusätzlich auch noch Ordner, die einem den Weg wiesen.
In der Realschule konnte man sich im Anschluss duschen und in der Aula konnte man bei Speis und Trank zu zivilen Preisen und netten Gesprächen unter Walkingkollegen auf die Siegerehrung warten. Nachdem die Urkunden verteilt und die letzten Kaffeetassen geleert waren, brachen wir nach und nach auf.
Mein Fazit: ein perfekt organisierter Lauf von der Anfahrt bis zur Siegerehrung. Ein sehr großes Lob an den LT-Alsdorf-Ost und vielen Dank an alle Helfer. Ein so gut organisierter Lauf macht richtig Spaß und Lust auf mehr. Also: Gerne im nächsten Jahr wieder.

Montag, 16. März 2015

45. Internationaler Eschweiler Volkslauf, 15.03.2015

Auf meinem Terminkalender war der Eschweiler Volkslauf fest eingeplant, da ich ihn noch nicht kannte. Also hieß es am Sonntagmorgen mal wieder: früher aufstehen statt ausschlafen und rin inne Walking-Klamotten. Das Wetter war leider nicht so schön wie in den Tagen davor, es regnete leicht bei nur knapp 4°C.
Die Anfahrt verlief problemlos und es war auch schnell ein Parkplatz in der Nähe des Waldstadions gefunden. Leider war wegen des Wetters alles etwas matschig.
Die Startnummernausgabe verlief problemlos. Die bekannten Walkingkollegen waren auch alle da. Peter Borsdorff war auch vor Ort um mit seiner Sammelbüchse für seine Aktion „Running for Kids“ zu sammeln. Wie immer hatte er auch seine Kamera am Anschlag.
Nach einigen kurzen Gesprächen ging es daran, sich warm zu machen. Zum Glück hatte ich mich für warme Laufsachen entschieden und dies war die richtige Wahl, denn viel wärmer als die 4°C von 8 Uhr wurde es den ganzen Tag über nicht.
Da schon alle gemeldeten Walker und Nordic-Walker am Start waren, fiel der Startschuss einige Minuten früher. Die Strecke führte zuerst ca. 1,5 km durch den Ort, danach ging es ab in den Wald und der Untergrund wurde für mich besser. Es kamen aber auch die ersten Steigungen. Es war ein sehr hügeliges Streckenprofil, auf ein kurzes Gefälle kam nach der nächsten Kurve oder ein paar flache Meter später fast immer sofort wieder eine Steigung. Ab dem zweiten Kilometer konnte ich schon die ersten Läufer des 10k-Laufes überholen. Kurz nach dem fünften Kilometer kam der Wasserstand, der mir trotz der niedrigen Temperaturen willkommen war.
Danach ging es flach weiter, um kurz darauf (dann wieder im Wald) bergauf zu gehen. Ab ca. 7,5 km ging die Strecke dann nur noch bergab. Kurz vor dem Stadion war noch einmal Schlammschlacht angesagt: es ging über ein kurzes matschiges Wiesenstück. Die Stadionrunde zog den Teilnehmern buchstäblich fast die Schuhe aus. Die Aschebahn war natürlich auch vollkommen durchnässt. Im Ziel wurden wir dann von Peter Borsdorff empfangen, der jeden Läufer und Walker nochmal anfeuerte und die Finisher fotografierte. Das Ziel erreichte ich in 1:11 Std. und wurde 3. im Gesamteinlauf, womit ich vollkommen zufrieden war.
Nach einem kurzen Plausch ging es dann unter die Dusche. Ich war froh, die schlammigen Sachen ausziehen und mich frisch machen zu können. Danach unterhielt ich mich mit anderen Walkern noch über die richtige Nordic-Walking Technik und die Tatsache, dass einige Walkingkollegen sie leider nicht beherrschen. Und bei einer Tasse Kaffee plauderten wir noch eine Weile über kommende Wettkämpfe. Nach und nach machten wir uns dann auf den Heimweg.

Der Wettkampf war gut organisiert, die Strecke war sehr gut farblich markiert, für unterschiedliche Strecken gab es unterschiedliche Markierungen, so dass sich eigentlich keiner verlaufen konnte. Für das schlechte Wetter konnte der Veranstalter ja nichts. Gerne nächstes Jahr wieder.



Samstag, 14. März 2015

11. Donatuslauf in Erftstadt-Liblar, 08.03.2015

Februar und März scheinen für Walker eine echte Saure-Gurken-Zeit zu sein. In der näheren Umgebung von Erkelenz sind auf jeden Fall nicht sehr viele Wettkämpfe in der Zeit. Naja, wie eine Internet-Bekannte so schön schrieb: „Ist doch noch kalt!“
Aber ein Walkingkollege hat mich auf den Donatuslauf in Erftstadt aufmerksam gemacht. Und weil die Beschreibung des Laufes mir gut gefallen hat (die Strecke verläuft mit einer schönen Aussicht über den Donatussee zu ca. 40% über Asphalt, der Rest über Waldboden), bin ich hin gefahren, obwohl es nur ein 5k war.
Dank meines Navis verlief die Anfahrt problemlos. Die Ausschilderung vor Ort war leider etwas dürftig, aber da ich es mir vorher bei Google angesehen hatte, konnte ich mich ohne Schwierigkeiten orientieren. Wie immer war ich sehr zeitig dran und hatte noch reichlich Zeit, mich in Ruhe um zu sehen.
Auch bei der Startnummernausgabe lief alles glatt. Auf dem Gelände der Waldorfschule war reichlich Platz, bei der Aula fand ich dann auch die Toiletten. Allerdings waren es sage und schreibe nur zwei Toiletten für 1000 Teilnehmer samt Anhang. Auch die Helfer vor Ort wussten nicht, ob und wo es noch Möglichkeiten für einen Boxenstop in der Abteilung Badkeramik und Fliesen gäbe.
War es noch etwas trübe gewesen, als ich ankam, brach die Sonne durch, als ich meine Stöcke aus dem Auto holen ging. Schnell kletterte das Thermometer auch auf Werte jenseits der 10°C-Marke und ich zog mich um. Hier waren Shorts und T-Shirt angesagt!
Im Startbereich habe ich dann die anderen Toiletten gefunden, von denen die Helfer nichts gewusst hatten. Dort traf ich auch meine Walkingkollegen und wir plauderten etwas. Im Anschluss machte ich mich dann ein bisschen warm.
Der Startschuss für die 5k fiel pünktlich um 11:35 Uhr, 5 Minuten nach den Läufern. Da die Deutsche Meisterin im Nordic Walking auch unter den Startern war, war es von Anfang an ein sehr schneller Wettkampf. Das Anfangstempo lag bei ca. 6:50 min/km. Den ersten Kilometer konnte ich noch mithalten, dann haben sich mein Knie und meine Wade aber wieder etwas bemerkbar gemacht und ich musste das Tempo etwas drosseln. Mein Tempo pendelte sich zwischen 7,1 und 7,3 min/km ein. Ab dem 3. Kilometer habe ich angefangen die letzten Läufer zu überholen.
Das Ziel erreichte ich in 35:51 Minuten, nur 2 Minuten langsamer als die Deutsche Meisterin. Ich wurde 3. bei den Herren und Zweiter in meiner Altersklasse (ab diesem Jahr M50). Bei der Siegerehrung in der Aula bekam ich als Preis einen Gutschein für eine Sportgeschäfts-Kette.
In der Aula gab es Kaffee, Kuchen und herzhafte Snacks zu sehr zivilen Preisen. Und so wartete ich zusammen mit mir schon gut bekannten Walkingkollegen bei Kaffee und Kuchen und schönen Gesprächen über kommende Wettkämpfe und die DM auf die Siegerehrung.
Zwei Kollegen habe ich mit meiner Vorfreude auf die DM in Roding angesteckt: sie haben den Wettkampf in ihren Laufkalender fest aufgenommen und wir haben uns für dort „verabredet“.

Insgesamt ein sehr schöner Lauf mit schöner Strecke. Alles war gut organisiert und es war reichlich Platz vorhanden. Die Strecke war sehr gut ausgeschildert und an wichtigen Punkten waren Ordner vorhanden. Eine nette Idee war die Band kurz vor dem Ziel (kurz nach der Marke „Kilometer 9“). Die Musiker haben einen noch mal so richtig angefeuert. Der einzige Kritikpunkt ist, dass für Ortsunkundige der Weg zum Parkplatz und vom Parkplatz zum Veranstaltungsort nicht leicht zu finden war. Auch die Toiletten vor Ort sollten besser ausgeschildert werden. Aber trotzdem: gerne nächstes Jahr wieder!

Sonntag, 18. Januar 2015

8. Waldwalking am 17.01.15 in Nettetal-Hinsbeck

Da mir der 7. Waldwalking-Tag im vergangenen Jahr so gut gefallen hat, stand auch dieses Jahr "Waldwalking" in Nettetal-Hinsbeck auf meinem Terminkalender. Für den 17. Januar war gutes Wetter angesagt, also konnte mich nichts aufhalten. Und so fuhr ich am Samstag morgen nach Hinsbeck. Die Fahrt ging reibungslos und da ich mich sehr früh auf den Weg gemacht hatte, war ich auch mehr als zeitig vor Ort. Diese Zeit nutzte ich, um mich umzusehen und Flyer für die DM in Roding auszulegen.

Die Startnummernausgabe verlief reibungslos wie immer. Langsam kamen auch die anderen Walker an und ich konnte das ein oder andere bekannte Gesicht ausmachen. Wir begrüßten uns freundlich und führten einige interessante Gespräche. Das Einzugsgebiet dieses Waldwalkings ist enorm. Es reicht von der Eifel über Aachen bis zum Köln/Düsseldorfer Gebiet.
Ca. 30 Minuten vor dem Start hatte sich dann auch der Nebel aufgelöst und es kam die Sonne durch. Es war mit ca. 1°C zwar kalt, aber ich war gut vorbereitet. "Zwiebellook mit Shorts und Jacke" hieß meine Devise. Unter meinen kurzen Laufhosen trug ich Thermo-Kompressionskleidung.

Nachdem ich mich etwas aufgewärmt hatte, fiel pünktlich um 11 Uhr der Startschuss. Leider waren auch wieder mindestens drei "Walker-Läufer" am Start. Einige der vorderen Walker haben ihnen allerdings eindeutig ihre Meinung gesagt.
Und so machten wir uns nach dem Startschuss auf die mir aus dem Vorjahr bereits bekannte Strecke. Das Anfangstempo war sehr hoch zwischen 6,9 und 7,1 min/km und wir kamen gut vorwärts. An zwei Stellen war es auf dem Asphalt etwas glatt, aber da zeichneten sich die vor mir liegenden Walker zur eindeutig sportliches Verhalten aus: sie warnten die Nachfolgenden und so kamen wir alle (soweit ich weiß) unbeschadet durch.
Als es das erste Mal durch den Wald auf die Hinsbecker Höhen hinauf ging konnte ich wie immer etwas Boden gut machen und zwei vor mir liegende Walker überholen. Sehr gefreut hat mich, dass offensichtlich ein Leser dieses Blogs unter den Teilnehmern war. Er hatte mir eröffnet, dass er aufgrund meines Berichtes vom vergangenen Jahr auf den Walk aufmerksam wurde und sich deshalb angemeldet hatte.
Als ich die Höhe erreicht hatte lichtete sich das Feld merklich, die meisten bogen zum Zieleinlauf der 6km ab. Wir anderen machten uns auf die zweite Runde, denn der Waldwalking-Wettkampf ist über die unübliche Distanz von 12 Kilometern. Am Anfang der zweiten Runde kam dann auch der Wasserstand, der mir zu dem Zeitpunkt aufgrund mittlerweile steigender Temperaturen auch sehr willkommen war. Ich konnte nur noch einen Nordic-Walker vor mir sehen, den ich zuvor an einer Engstelle vorbeigelassen hatte. Er hatte allerdings ca. 200 bis 300 Meter Vorsprung, so dass ich ihn nicht einholen konnten. Wir hatten auf der zweiten Runde ungefähr das gleiche Tempo. So versuchte ich mein Tempo zu halten um unter die 1:30h zu kommen.
Beim Zieleinlauf hatte ich auf meiner Uhr eine Zeit von knapp 1:30h, damit war ich der zweite Nordic-Walker im Ziel. Vor mir war noch ein Nordic Walker eingelaufen und ein Walker (der wurde aber getrennt gewertet, außerdem war es der oben erwähnte Walk-Läufer). Mein amtliche Endzeit lautet 1:29:45h, damit habe ich mein Ziel erreicht, die 90 Minuten-Marke zu unterbieten.
Ich war zufrieden und holte mir am Verpflegungsstand im Ziel einen warmen Tee. Außerdem gab es Äpfel und Bananen, was von einem örtlichen Lebensmittelhändler zur Verfügung gestellt wurde.
In geselliger Runde unterhielten wir uns noch über die "Walker-Läufer", die wir aber geschlossen ignorierten - mit ihnen sprach keiner von uns. Gemeinsam nahmen wir auch noch den einen oder anderen Zieleinläufer in Empfang und dann gingen wir zusammen in die nahe gelegene Jugendherberge. Dort war schon jede Menge Trubel - zusätzlich zu den Hausgästen der "JuHe" waren auch die ersten Läufer für die Kinder- und Jugendläufe angekommen. Und so unterhielten wir uns noch einige Zeit bei einer Tasse Kaffee und machten uns dann nacheinander auf den jeweiligen Heimweg. Mit einem Teilnehmer habe ich mich zu DM in Roding "verabredet" - mal sehen, ob es so klappt, wie wir es uns vorstellen.

Von meiner Seite an dieser Stelle wieder ein großes Lob und ein dickes Dankeschön an den VFL-Hinsbeck und alle Helfer. Die Strecke war gut markiert und an allen kritischen Stellen standen Streckenposten. So konnte sich niemand verlaufen und alle haben ins Ziel gefunden. Einer meiner Vorschläge vom letzten Jahr wurde auch umgesetzt: es gibt jetzt getrennte Zieleinlauflisten für  Walker und Nordic-Walker. Herzlichen Dank dafür auch an Frau Heydhausen für die Umsetzung und das nette Gespräch. Schön wars und - Bis im nächsten Jahr!

Montag, 8. Dezember 2014

A walk in the park...

In meiner Jugend war eines (neben vielem anderen natürlich) Pflicht: Kirchgang an den "hohen Feiertagen" Ostern und Weihnachten. Nachdem ich in der Kindheit jeden Sonntag zur Kinderkirche gegangen war, zur Jungschar, und dann auch während der Konfirmandenzeit die meisten Kirchbesuche aufweisen konnte, war ich ja mit 21 Jahren aus dem Verein ausgetreten. Danach gestaltete sich mein Verhältnis zu Glauben und Kirche auf freiwilliger Basis und sieht heute so aus, dass ich im Gedenken an mir liebe Verstorbene gerne in St Paul's in London ein stilles Gebet spreche oder im Dom zu Köln oder Aachen eine Kerze anzünde. Und ich besuche auch gerne Mitternachtsgottesdienste zu Heilig Abend. Aber das wars auch.
Aber ein Krippenspiel, das wollte ich mir doch mal wieder eines anschauen. Schon seit Jahren. Seit ich in Erkelenz wohne, hatte ich das schon geplant. Und dieses Jahr war es soweit.
Am 2. Advent fuhren Walter und ich nach Schloss Dyck. Auf dem wunderschönen Gelände, das wir ja schon von der dortigen Lauf-Veranstaltung kannten, wurde zur Schlossweihnacht eingeladen. Schade, dass kein Schnee lag. So verkam der Weihnachtsmarkt mehr zum Kunsthandwerkermarkt, aber dafür kann ja keiner etwas.
Und dennoch zog die Veranstaltung uns vom ersten Stand an in ihren Bann. Kunsthandwerk von Filz bis Marmelade, von Senf bis Drechselware - eigentlich war für jeden etwas dabei. Dazu flanierten Engel und ein Nikolaus (stilecht in Gold, nicht in rot!) über das weitläufige Gelände und verteilten Äpfel, Birnen und Bonbons an Kinder und manchmal auch an brav aussehende Erwachsene. Naja, Walter bekam auf jeden Fall einen leckeren Apfel von der Obstplantage.
Nach der zweiten Tasse Kaffee bei 6°C wurde es dann Mittag, Zeit fürs Krippenspiel. Der Treffpunkt war am Wassergraben und als wir ankamen waren auch schon jede Menge Familien mit Kindern vor Ort. Zum Auftakt lud der Herold die Anwesenden ein, ihn auf einen Spaziergang durch die Weihnachtsgeschichte zu begleiten. Eine kleine Runde durch den Park entlang mehrerer Schauplätze der Geschichte der Geburt Jesu.
Die Geschichte an sich ist ja alt bekannt. Allerdings wurde sie gekonnt, launig und vor allem Kind gerecht dargebracht. So traf an der ersten Station der Herold auf Jesus und die hoch schwangere Maria. Er konzentrierte sich im Gespräch sehr modern auf das Wichtigste: Wo übernachtet ihr? Wieso reist ihr überhaupt so weit, wo ihr doch demnächst euer Kind erwartet? Und überhaupt: was schert uns die Volkszählung, Hauptsache, das Kind kommt gesund zur Welt!
Vorbei am Engel des Herrn, der in einer Baumkrone erschien, den heiligen Drei Königen ging es weiter bis zu Bethlehems Stall, in dem Maria und Josef glücklich ihr Baby in der Krippe betüddelten. Ich hatte ein bisschen Pipi in den Augen, als dort dann "Ihr Kinderlein kommet" gesungen wurde. Und, schön oder nicht - ich habe mitgesungen!
Knapp eine halbe Stunde dauerte der Krippenspiel-Spaziergang. Und er hat sich absolut gelohnt. Die Darsteller legten eine große Begeisterung an den Tag und das griff auf die Zuschauer über. Die zahlreichen Kinder, die mit auf dem Spaziergang waren, waren gebannt vom Schauspiel, so dass keines gequengelt oder geweint hat. Es war einfach, um es mit einem Wort zu sagen: SCHÖN.
Zwar ist der Eintritt mit 12 Euro nicht gerade ein Schnäppchen. Aber es war seinen Preis wert. Außerdem bekamen wir von einem Engel außer dem leckeren Apfel noch Gutscheine für heißen Apfelpunsch von Äpfeln von der eigenen Plantage, bei dessen Einlösung man auch die dort angebauten Äpfel und Birnen probieren konnte.
Alles in allem auf jeden Fall ein schöner Ausflug - nächstes Jahr bestimmt wieder. Vielleicht dann auch mit Schnee, wer weiß?