Bei manchen Bands ist gut, wenn sie keiner kennt. Bei anderen ist es schade. Und so freue ich mich immer, wenn ich eine entdecke, die hier eher ein Geheimtipp ist.
Im siebten Jahr hat der siebte Sohn also ein neues Album veröffentlicht. Klingt gut, stimmt aber nicht ganz, denn „Trods“ ist zwar das neue Werk von Den Syvende Søn, die Band, bestehend aus Michel Belli (Gitarre und Gesang), Adam Winberg (Schlagzeug), Tobias Winberg (Bass), Mads Jensen (Keyboard) und Mikkel Grue (Gitarre), gibt es aber schon seit 2012. Erschienen ist „Trods“ trotz Corona im März, es sind zehn Stücke drauf, insgesamt nicht ganz eine Dreiviertelstunde Laufzeit. Und, ach, stimmt: das Album ist natürlich auf Dänisch.
Eigentlich sollte die CD (gibt es tatsächlich auch auf Vinyl!) bei einem Auftritt öffentlich vorgestellt werden. Und dann kam alles anders. Nicht, weil die Band Probleme im verflixten siebten Jahr hatte, nein, Corona machte ihr einen Strich durch die Rechnung. So spielte Michel Belli von seinem Balkon und bei einem Kellerkonzert zusammen mit Mikkel Grue, sehen konnte man das alles über Facebook (und unter seinem Balkon).
Die Texte sind nachdenklich, die Musik eingängig und leicht psychedelisch, eine Mischung aus Rock, Folk und Hippie-Pop. Sänger Michel Belli klingt für mich ein bisschen wie die dänische Version von James Blunt – leicht jammerig, melodramatisch und pathetisch. Aber irgendwie auch schön. Und irgendwie passt das Album auch sehr gut in die momentan sehr seltsame Zeit. Mit „Trods“, „Håb og mere lys“ (Hoffnung und mehr Licht), und mein persönlicher Favorit „Hvad der var engang” (Was einmal war) hat die Band eingängige Lieder abgeliefert. Alle an sich sehr ähnlich, („Men det er meget den samme sang, som Den Syvende Søn byder på”, wird in Gaffa kritisiert), aber alle doch unterschiedlich. Wenn ich mich durch das Album höre, muss ich manchmal an die Weinproben-Szene von Loriot denken, als Evelyn Hamann sagte: "Der schmeckt wie der erste" und der Weinvertreter antwortet: "Nein, wie der zweite!" - die Lieder sind ähnlich, aber nicht gleich.
Ich finde das Album auf jeden Fall hörenswert, selbst wenn man kein Dänisch versteht. Wer mal reinhören möchte, findet Den Syvende Søn bei den gängigen Portalen und bei Facebook, dort findet er auch Teile der anderen beiden Alben. Von mir 4 von 5 Punkten.
Sonntag, 26. Juli 2020
Mittwoch, 3. Juni 2020
Ausflug in den Wildpark nach Gangelt
Urlaub, Sommer, Sonnenschein. Nachdem wir gestern in der Eifel zum Wandern waren, sind Walter und ich heute mal wieder nach Gangelt in den Wildpark gefahren. Gangelt ist sicher inzwischen wesentlich mehr Menschen ein Begriff - allerdings nicht im positiven Sinne. Aber: wenn man sich an die gängigen Hygiene-, An- und Abstandsregeln hält, ist der Wildpark in Gangelt durchaus einen Besuch wert. Wir haben 8,50 Euro Eintritt bezahlt, was absolut vertretbar ist.
Zwar sind keine Freiflüge der Greifvögel und auch keine Schau-Fütterungen, aber die meisten Tiere sind zu Hause und einige tatsächlich auch für ein Foto zu haben:
| Die wollen doch nur spielen |
| Otter |
| Anotter otter... Entschuldigung |
| Nerz |
| Auch ohne Augen wie ein Luchs haben wir ihn gefunden. |
| Zum Glück nur ein Storch und nicht Allan |
| Falls sich jemand fragt, was der Wolf denn da geknabbert hat: er hat an seinem eigenen Fuß gekaut, vermutlich Pediküre |
| Ein Baby-Wisent |
| Die beiden wollten auch nur spielen |
| Wildschwein on the run. Jeder Autofahrer weiß, wie schnell die werden können! |
| Eine ziemliche Schweinerei |
| Wo isser denn hin? Spoiler: runtergefallen! |
Mittwoch, 27. Mai 2020
Training - wild und animalisch
Bevor hier der Eindruck entsteht, ich würde ständig nur lesen - dem ist nicht so. Nicht ganz zumindest. Wenn ich nicht gerade verletzt bin, laufe ich auch. Meine neue Lieblingsrunde ist ganz klar eines: animalisch.
Ich laufe also hier an der Haustüre los. Am liebsten bei Sonnenaufgang. Renne über Straßen und Gehwege, husche über Ampeln und Kreuzungen und lande bei km1 an den Schulen. Da warten dann schon die ersten Kaninchen auf mich. Ungeduldig. Und rennen parallel zu mir über den Sportplatz.
Ich laufe weiter. Unterwegs feuern mich unzählige Tauben und anderes Geflügel an. Ich hab keine Zeit, mich mit ihnen zu unterhalten.
Dann bin ich endlich am Ortsschild und raus aus der Stadt. Am Feldrain entlang geht es weiter. Da sitzt auch schon ein Feldhase mitten auf dem Weg, klopft ungeduldig mit den Hinterläufen - ich seufze tief, schon wieder einer, der ein Wettrennen machen will. Die verliere ich doch eh immer. Kollege Kaninchen kreuzt meinen Weg, wo will der denn hin? Ach, da hinten, da, wo Frau Fasan gerade ihren Kindern das Feld zeigt. Mein Lauf-Gegner verschwindet zwischen den Kartoffelpflanzen. Und ich laufe weiter.
Inzwischen sind es 4,9km und ich muss über die Straße. Mist, für 6 Uhr ist eindeutig schon viel zu viel Verkehr. Also erstmal noch 200m in die falsche Richtung laufen, dann umkehren und endlich über die Straße huschen können. Jetzt wird es richtig wild. Hasen, wohin ich auch schaue. Fasane und, hey, was macht der denn hier? Und ja, liebe Leser, es irritiert fremde Menschen sehr, wenn man im Feld steht und "Alan, du Scheißvogel!" brüllt. Aber warum kommt die Frau mit ihren beiden Hunden auch in dem Moment, als dieser mistige Fischreiher neben mir landet?
Inzwischen bin ich bei 6km, einer muss noch und dann bin ich wieder zu Hause. Schön wars. Und wild.
Ich laufe also hier an der Haustüre los. Am liebsten bei Sonnenaufgang. Renne über Straßen und Gehwege, husche über Ampeln und Kreuzungen und lande bei km1 an den Schulen. Da warten dann schon die ersten Kaninchen auf mich. Ungeduldig. Und rennen parallel zu mir über den Sportplatz.
Ich laufe weiter. Unterwegs feuern mich unzählige Tauben und anderes Geflügel an. Ich hab keine Zeit, mich mit ihnen zu unterhalten.
Dann bin ich endlich am Ortsschild und raus aus der Stadt. Am Feldrain entlang geht es weiter. Da sitzt auch schon ein Feldhase mitten auf dem Weg, klopft ungeduldig mit den Hinterläufen - ich seufze tief, schon wieder einer, der ein Wettrennen machen will. Die verliere ich doch eh immer. Kollege Kaninchen kreuzt meinen Weg, wo will der denn hin? Ach, da hinten, da, wo Frau Fasan gerade ihren Kindern das Feld zeigt. Mein Lauf-Gegner verschwindet zwischen den Kartoffelpflanzen. Und ich laufe weiter.
Inzwischen sind es 4,9km und ich muss über die Straße. Mist, für 6 Uhr ist eindeutig schon viel zu viel Verkehr. Also erstmal noch 200m in die falsche Richtung laufen, dann umkehren und endlich über die Straße huschen können. Jetzt wird es richtig wild. Hasen, wohin ich auch schaue. Fasane und, hey, was macht der denn hier? Und ja, liebe Leser, es irritiert fremde Menschen sehr, wenn man im Feld steht und "Alan, du Scheißvogel!" brüllt. Aber warum kommt die Frau mit ihren beiden Hunden auch in dem Moment, als dieser mistige Fischreiher neben mir landet?
Inzwischen bin ich bei 6km, einer muss noch und dann bin ich wieder zu Hause. Schön wars. Und wild.
Sonntag, 17. Mai 2020
Wandern zwischen Roermond und Swalmen
Erstmal vorneweg: mir haben die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie zu keiner Zeit irgendetwas ausgemacht. Ich war seit dem 13. März kaum draußen und wenn, dann nur um zu laufen und das mache ich bei Sonnenaufgang - da trifft man praktisch niemanden. Aber tatsächlich habe auch ich etwas vermisst: die Ausflüge nach Roermond und die Möglichkeit, dort ein bisschen zu wandern.
Und jetzt darf man es wieder. Also haben wir uns für den Anfang eine lockere Tour am Wasser entlang ausgesucht. Und was soll ich sagen: es war herrlich! Ausgehend vom RetailPark in Roermond sind wir über Asselt durch Wald, Feld und Wiesen nach Swalmen gewandert und dann wieder zurück nach Roermond. Immer den gelben Pfeilen der Knoopunkte nach - und schwups waren es statt der geplanten ca 12km dann wieder 15, irgendwo fehlte ein Pfeil.
Aber macht ja nichts, für uns ist immer die Hauptsache, dass wir zurückfinden. Getroffen haben wir unüblich viele Spaziergänger/Wanderer, wie immer (rücksichtslose) Radfahrer und jede Menge Schafe.
In der Hoffnung, dass man bei gebotener Vorsicht weiterhin solche Ausflüge machen darf, freuen wir uns langsam doch ein bisschen auf den Sommer.
Und jetzt darf man es wieder. Also haben wir uns für den Anfang eine lockere Tour am Wasser entlang ausgesucht. Und was soll ich sagen: es war herrlich! Ausgehend vom RetailPark in Roermond sind wir über Asselt durch Wald, Feld und Wiesen nach Swalmen gewandert und dann wieder zurück nach Roermond. Immer den gelben Pfeilen der Knoopunkte nach - und schwups waren es statt der geplanten ca 12km dann wieder 15, irgendwo fehlte ein Pfeil.
Aber macht ja nichts, für uns ist immer die Hauptsache, dass wir zurückfinden. Getroffen haben wir unüblich viele Spaziergänger/Wanderer, wie immer (rücksichtslose) Radfahrer und jede Menge Schafe.
In der Hoffnung, dass man bei gebotener Vorsicht weiterhin solche Ausflüge machen darf, freuen wir uns langsam doch ein bisschen auf den Sommer.
| Es ist Sonntagmorgen! Ich will ausschlafen! |
| Klettern auf Mount Mama |
| Der Sporthafen von Asselt |
| Der niedlichste Wegweiser überhaupt |
PS. Leider haben wir keinen einzigen Reiher gesehen. Vermutlich lebt Allan also inzwischen doch wieder in Kopenhagen. Tatsächlich wurde er dort wieder gesichtet, der Scheißvogel.
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