Montag, 13. November 2017

22. Geländelauf rund um den Adolfosee, Hückelhoven-Ratheim, 04.11.2017

Wochenlange Krankengymnastik, tägliche Übungen für den Rücken zu Hause - da fand ich, dass es mal wieder an der Zeit war, den Stand der Dinge zu überprüfen. Sprich: ich wollte mal schauen, wie sich mein Rücken bei sportlicher Belastung so verhält. Und ich wollte sehen, ob ich nach so viel Sport-Abstinenz überhaupt noch so was wie "Kondition" habe.

Da bot sich der Adolfosee-Lauf geradezu an. Diesen wollte ich eigtlich schon im vergangenen Jahr absolvieren, aber es hatte irgendwie nicht geklappt. Aber dieses Jahr sollte das Wetter mitspielen (trocken und sogar noch leidlich warm) und daher meldete ich mich per EMail beim TuS Jahn Hilfahrth an.

Da der Lauf im Prinzip um die Ecke ist brauchte ich nicht früh aufzustehen. Die Anfahrt war einfach und ein Parkplatz war auch einfach zu finden, da der Veranstalter in der Ausschreibung die Parkmöglichkeiten sogar mit Straßennamen benannt hat. Leider konnten einige Teinehmer wohl nicht lesen und so ballte sich der Verkehr etwas im Wohngebiet direkt am See. Schade, dass da einige "Sportler" sich den Anwohnern gegenüber so unsportlich verhalten. Das Wetter war noch gut und etwas sonnig und zwischen 10 und 14 Grad, also sehr gute Verhältnisse.

Vor Ort am Bürgerhaus angekommen ging ich meine Startnummer abholen und sprach etwas mit meinem Sportskollegen vom TuS Jahn. Wir hatten uns ein Jahr nicht mehr gesehen. Danach machte ich ein paar Bilder und ging zum Wagen zurück um mich für den Wettkampf vorzubereiten. Wieder am Bürgerhaus angekommen traf ich noch einen bekannten Walker vom Wepstrom-Lauf und wir unterhielten uns etwas. Danach war es an der Zeit sich warm zu machen und ich konnte mir dabei schon mal was die Strecke ansehen. Für die Crossläufe der Kinder und Jugendlichen waren immer wieder kleine Elemente eingefügt bei denen es am Seeufer über unwegsames Gelände ging,
Das Starterfeld aller Läufe war nicht sehr groß und es war sehr überschaubar, aber so war auch kein Gedränge.
Start- und Zielbereich am Bürgerhaus

Adolfosee

Adolfosee
Der Start war pünktlich und ich versuchte mein Tempo um die 7:30 min/km zu walken, was mir auch fast gelang. Ich traute mich wegen meiner Rückenprobleme nicht so richtig Tempo zu  machen, also walkte ich "mit angezogener Handbremse". Zuerst ging es 2 Runden über die Schleife und dann auf den Rundweg um den Adolfosee. Die Strecke war landschaftlich sehr schön und man musste aufpassen, dass man vor lauter Landschaft gucken nicht das Tempo aus den Augen verlor. Außerdem sollte man den Weg im Auge behalten, denn es waren ja nicht nur Läufer unterwegs, sondern auch Spaziergänger und Radfahrer. Bei KM 2,8 habe ich dann angefangen ein paar Läufer zu überholen. Wettkämpfe rund um Seen sind immer sehr entspannt: immer den See links haben. Hat man ihn plötzlich rechts oder sieht ihn gar nicht mehr - dann hat man sich doch tatsächlich verlaufen. An wichtigen Stellen standen aber auch Streckenposten, die jeden anfeuerten und die Teilnehmer auf den richtigen Weg schickten. Das Ziel erreichte ich in 37:51 min und wurde 1. bei den Walkern.
Startbereich 5k

Rundweg um den See


Kleine Schleife 1

Kleine Schleife 2

Leider konnte ich keinen Getränkestand finden, oder es war schlichtweg keiner vorhanden. Da die Kinderläufe im vollen Gang waren, waren viele Zuschauer im Start- und Zielbereich unterwegs. Ich ging mir dann ein alkoholfreies Weizen und eine Brezel holen. Dies konnte man zu zivilen Preisen im Bürgerhaus kaufen. Ich beobachtete noch einige Läufe bis der andere Walker im Ziel war. Wir haben dann noch bei einem Kaffee bis zur Siegerehrung geplaudert . Leider hatte der Zuständige die wenigen Walker vergessen und ich ging die Urkunden für die Walker dann bei meinem Sportkollegen vom TuS Jahn direkt abholen. Kein Problem, so was kann durchaus vorkommen und lag auf keinen Fall daran, dass bei dem Wettkampf die Walker stiefkindlich behandelt worden wären.

Die Strecke ging ca. 80 % über Wald- und Schotterwege und 20 % über Asphalt. Sie war gut markiert und die Ordner standen an den richtigen Stellen. Leider war der Wasserstand gut versteckt oder nicht vorhanden, so dass ich ihn nicht gefunden habe. Was aber in meinen Augen nicht so schlimm war, da es nicht so warm war, dass man ihn (zumindest als Walker) gebraucht hätte.
Insgesamt ein sehr schöner kleiner Lauf mit einfachen Mitteln organisiert und markiert. Schade nur dass er so wenig Zuspruch unter den Walkern findet. Evtl. für nächstes Jahr was mehr und früher Werbung machen, dann wird sicher noch der ein oder andere kommen.

Somit vergebe ich wohlwollende 10 Walkingstöcke mit "zugedrückten" Augen.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Auf den Spuren der (unrühmlichen) Geschichte - Ausflug nach Vogelsang

Tatsächlich - der Rursee bietet einiges mehr, als den Marathon! Vor mehreren Jahren waren wir dort schon einmal wandern gewesen, damals auf dem Uferweg. Dieses Mal sollte uns der Weg zur ehemaligen Ordensburg Vogelsang und nach Wollseifen führen, beides Orte der Erinnerung an die unrühmliche Geschichte Deutschlands, die mich besonders auch deshalb interessiert, weil meine Familie nationalsozialistisch nicht ohne Vorbelastung ist.

Geschichte, wunderschöne Landschaft, traumhaftes Wetter, leckeres Picknick - wir machten uns auf jeden Fall am Sonntag, 15.10. auf den Weg in die Eifel.
Über zahllose Serpentinen, begleitet von unzähligen Motorradfahrern erreichten wir nach etwa einer Stunde den Parkplatz der Burg Vogelsang. Das Parken kostet 4 Euro pro Tag, die Burg selbst kostet keinen Eintritt (die Sonder-Ausstellungen sind kostenpflichtig, dafür sind die Toiletten öffentlich, sauber  und kostenlos). Wir haben uns auf die Burganlage beschränkt, das weitläufige Gelände bot uns reichlich Zeitvertreib.
 
Walter hatte beim Betriebsausflug eine Führung über das Gelände mitgemacht und konnte einiges über die Geschichte erzählen. So kurz die Geschichte der Burg ist, so bewegt ist sie auch, hier eine Kurzfassung, zusammengesucht aus dem Internet.
1936-1939 Kaderschmiede für den nationalsozialistischen Nachwuchs 
1940 Kaserne für die Wehrmacht beim Westfeldzug und 1944 bei der Ardennen-Offensive 
Ab 1941 Adolf-Hitler-Schule 
1944 ein Wehrertüchtigungslager für Jugendliche. 
ab 1942 wurde aus dem Haus für die weiblichen Angestellten ein Heim für werdende Mütter, die sogar bis aus dem Rheinland in die Eifel evakuiert wurden.
Wie bei allen Ordensburgen, gehörte mit dem Flugfeld Walberhof auch zu Vogelsang ein Flugplatz, auf dem 1944 auch eine Messerschmidt Jagdflugzeugstaffel stationiert wurde.

Insgesamt umfasst die Burg mehr als 50.000m² Fläche und ist damit eine der größten nationalsozialistischen baulichen Hinterlassenschaften nach dem Parteitagsbauten in Nürnberg. Das Bauvorhaben war, wie so vieles aus der Zeit, von Größenwahn geprägt. So sollten auf einer Grundfläche von 100m x 300m ein "Haus des Wissens" (eine Bibliothek) entstehen, dazu ein "Kraft durch Freude-Hotel" mit 2000 Betten (erinnert an das Mammut-Bauwerk Prora auf Rügen, das 20.000 Betten bieten sollte). Tatsächlich realisiert wurden der Eingangsbereich mit Tor und 2 Türmen, der Adlerhof, die Burgschänke, 10 Kameradschaftshäuser für 50 Zöglinge, 4 "Hundertschaftshäuser", der Thingplatz, die Sportanlage samt Sport- und Schwimmhalle, der Fackelträger, das Sportlerrelief und das Haus für die weiblichen Angestellten. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde der Komplex erst von den Briten übernommen (sie richteten auf dem umliegenden Gelände einen Truppenübungsplatz ein), nach 1950 ging das Gebiet an die Belgier, die dort unter dem Namen "Camp Vogelsang" eine Kaserne samt Truppenübungsplatz einrichteten. Sie bauten dazu eine Tankstelle und das Kino; die Soldatenunterkunft "Van Dooren" steht heute auf den Grundmauern, auf denen das "Haus des Wissens" entstehen sollte.

Nach der Gründung der NATO 1956 und Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland übten, neben den Soldaten aus Belgien, auch NATO-Einheiten aus Holland, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, den USA, Deutschland und Kanada auf dem durch das belgische Militär verwalteten Übungsplatz gemeinsam. 1960 wurde das Übungsgelände auf 4200 ha verkleinert. Seit 2006 wird das Gebiet zivil genutzt, wurde sehr aufwändig saniert (Kostenpunkt 45 Millionen Euro) und kann besichtigt werden. Abgesehen von den Schäden, die der Krieg und die Nutzung als Teil des Tuppenübungsplatzes hinterlassen haben, sind die meisten Gebäude noch komplett vorhanden. Die sichtbaren Zeichen wie Adler, Hakenkreuze und ähnliches wurden entfernt.

Wie wichtig der Körperkult zu diesen Zeiten waren, zeigen sowohl der Fackelträger auf dem Thing-Platz, 
 als auch 








die Jungs auf vom Sportler-Relief (kann man nicht mehr wirklich viel erkennen, nachdem im Rahmen der Militärübungen auf die Reliefs geschossen wurde).

So viel zur Geschichte von Vogelsang, jetzt ein paar persönliche Eindrücke.
Die Anlage ist imposant, die Gebäude riesig und man kann sich ganz gut vorstellen, wie dort die Nazi-Elite auf ihre künftigen Führungsaufgaben vorbereitet wurde. Mich hat vor allem die Treppe in einem der Türme sehr berührt, man meinte fast, die genagelten Stiefel auf den ausgetretenen Stufen hören zu können.


Sehr geschichtsträchtig ist auch das benachbarte Dorf Wollseifen, besser gesagt: das, was davon übrig ist. Nur knapp 3km von Vogelsang weg, sind wir natürlich hin gewandert. Erst runter ins Tal, dann auf 500 Höhenmeter wieder nach oben - Trail-Höhentraining vom Feinsten!
Und es hat sich absolut gelohnt. Die Aussicht von der Dreiborner Hochfläche ist das eine - die Überreste des verlassenen Ortes sind das ganz andere Thema. 

Im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, hatte der Ort nach dem Bau der Urfttalsperre 1899 bis 1904 als erster Ort auf der Hochfläche elekrtischen Strom und eine Wasserleitung. Außer der Kirche hatte der Ort eine Grundschule und mehrere Vereine. Arbeit fanden die Wollseifener außer auf dem eigenen Feldern beim Bau der Talsperre, aber auch beim Bau der Burg Vogelsang und des Dorfes Bogelsang (einer geplanten "Wohnanlage" für die zivilen Beschäftigten auf der Ordensburg, daraus wurde allerdings nichts. Im Kampf um die Eifel in der Spätphase des Zweiten Weltkrieges (September 1944 bis Januar 1945) kam es in Wollseifen zu Beschädigungen durch alliierten Artilleriebeschuss.

Die evakuierte Bevölkerung kehrte im Sommer 1945 in das unter britischer Administration stehende Wollseifen zurück. Im August 1946 ließ die britische Militärverwaltung den ca 120 Familien des Ortes (ca 500 Personen) genau 3 Wochen Zeit, ihr gerade erst notdürftig wieder bewohnbares Dorf samt der frisch bestellten Felder zu räumen. Die Menschen verloren erneut ihre Wohnung und ihren Arbeitsplatz, da sie von der Landwirtschaft lebten.

Am 1. September 1946 wurde Wollseifen von den Briten zum Sperrgebiet erklärt. Wenigstens die Getreideernte konnten die Bewohner vorher noch einbringen; für die Kartoffelernte erhielten sie an einem Wochenende im Oktober noch eine gesonderte Zutrittsgenehmigung.

Offenbar wurden die Wollseifener im Unklaren gelassen, sie glaubten noch sehr lang an eine baldige Rückkehr in ihre Häuser. Erst, als die Briten die Häuser praktisch zerschossen und als 1947 dann auch noch die Kirche ausbrannte, gaben wohl auch die Letzten ihre Hoffnung auf.
Nachdem der Truppenübungsplatz 1950 von den Briten an die belgischen Streitkräfte übergeben worden war, durften die Wollseifener einmal jährlich (zu Allerseelen) die Gräber ihrer Angehörigen besuchen. Nachdem diese aber 1954 zweimal wöchentlich vom etwa 23 km entfernten belgischen Truppenübungsplatz Elsenborn aus, mit Artillerie beschossen wurden, gab es bald nichts mehr zu pflegen und die Toten wurden 1955 auf die Friedhöfe der umliegenden neuen Wohnorte der ehemaligen Bewohner umgebettet.

Auf dem Gelände des ehemaligen Dorfs errichtete das belgische Militär zahlreiche Kulissenhäuser, um den Häuserkampf üben zu können. Beispielsweise wurde hier im Mai 2001 für den Kosovo-Einsatz trainiert.

21 von ursprünglich 52 Häusern stehen heute noch. Die Türen und Fenster im Erdgeschoss sind zugemauert, damit die Häuser nicht als Müllkippe oder Toiletten missbraucht werden können. Außerdem sind die Häuser wegen der militärischen Übugnen einsturzgefährdet. Und, ganz ehrlich: ob sich um die Häuser jemand die Finger lecken würde (wie ein Besucher von Vogelsang bei seinen ausschweifenden Erzählungen seinen beiden Begleitern, die gebannt an seinen Lippen hingen, weißmachen wollte) - ich weiß auch nicht ;-) Mir wäre ein Haus mit Wänden, Dämmung, Fenstern und einer Haustüre irgendwie lieber...



Am 20. August 2006 fand in der Kirchenruine der erste Gottesdienst nach 60 Jahren statt; einen solchen gibt es seither alljährlich wieder an dem auf den Namenstag des Heiligen Rochus (16. August) folgenden Sonntag (Patronatsfest).


Das Kirchenschiff erhielt 2008 einen neuen Dachstuhl. 2009/10 wurden weitere Restaurierungsarbeiten an der Kirche abgeschlossen; das Mauerwerk wurde trockengelegt, Fenster und Türen eingesetzt und im Inneren ein Auferstehungskreuz und drei kleine Kirchenbänke aufgestellt. Seither wurde die Kirche allerding schon mehrfach Opfer von Vandalismus und Diebstahl.

Von der ursprünglich zweigeschossigen Schule ist nur noch das Erdgeschoss erhalten. Dort kann man eine kleine Dokumentation zur Geschichte des Dorfes und des dörflichen Lebens besichtigen.

Ich fand das alles sehr interessant. Zurück nach Vogelsang gingen wir über die Hochfläche, ein wunderschöner Heide-Weg. 
Hier konnte man auch deutlich Spuren der "Ureinwohner" dieses Landstriches sehen. Einige Wiesen sind durch Wildschweine praktisch umgepflügt worden (Bild folgt).

Zurück in Vogelsang holten wir uns einen Kaffee (und einen Tee), preislich für ein touristisches Ziel absolut im Rahmen (5,40€ für 2 große Getränke) und setzten uns noch ein bisschen in die Sonne, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Einziges Manko für uns eigentlich: der Parkschein-Automat am Parkplatz war kaputt und so knubbelte sich der Verkehr an der Ausfahrt ganz enorm.

Aber alles in allem für uns ein sehr gelungener Tagesausflug mit historisch-sportlich-landschaftlichem Touch. 10km gewandert und jede Menge Geschichte gelernt - was will man an einem einzigen Sonntagnachmittag noch mehr?

Dienstag, 17. Oktober 2017

8. wepStrom-Lauf, Hückelhoven, 08.10.2017

Nach einer längeren Wettkampfpause wegen gesundheitlicher Probleme war es mal wieder an der Zeit zu schauen, wie meine aktuelle Form ist. Dazu kam der 8. wepStrom-Lauf in Hückelhoven wie gerufen.
Im Vorfeld hatte ich noch einigen bekannten Walkern eine eMail geschickt und ein paar sind auch gekommen, obwohl in Gillrath zeitgleich auch ein Walk war.
So hieß es dann am Sonntag nicht ausschlafen und etwas früher aufstehen. Ein kleines Frühstück war natürlich zu Hause noch drin - der Walk war ja praktisch in der Nachbarschaft. Trotzdem war ich, wie immer, extrem früh dran und schon kurz vor 9 Uhr vor Ort. In aller Ruhe konnte ich mir den Aufbau ansehen und den Start der Marathon-Läufer beobachten. Der Veranstalter hatte meine kleine Kritik mit den Toiletten angenommen und diesmal einen Toilettenwagen zur Verfügung gestellt. So gab es dieses Mal keine Probleme, die Toiletten zu finden. Die Startnummernausgabe verlief, wie immer, ebenfalls problemlos. Nach und nach kamen auch die anderen Walker und wir unterhielten uns kurz. Dann war es auch schon an der Zeit sich warmzumachen.

Der Startschuss war pünktlich um 10 Uhr. Anders als die 10-k-LÄUFER, gingen die die 10-k-WALKER mit den Halbmarathonis auf die große und wesentlich schönere Runde. Ich konnte direkt etwas Tempo aufnehmen. Die Hauptstraße war wieder durch die Polizei gesperrt, so konnte es da zu keinen Problemen kommen. Danach ging es Richtung Hilfahrt auf den Ruruferweg bis zur Brücke über die Rur und Richtung Doveren durch das Feld und in die angrenzenden Waldstücke hinein. Die Strecke war, wie immer, wunderschön. Diesmal gab es keine Probleme mit den Ordnern, die die Landstraße kurzfristig sperren sollten. Anders als im Vorjahr (der geneigte Leser erinnnert sich vielleicht), waren sie tatsächlich an Ort und Stelle.

Als es wieder in Hückelhoven hineinging, musste ich wegen meines Rückens etwas das Tempo raus nehmen und wurde dann von einer Nordic-Walkerin kurz vor dem Ziel überholt. Ich musste sie aber praktisch zu ihrem Glück zwingen, sie hatte sich nicht getraut, an mir vorbeizuziehen.
Das Ziel erreichte ich in 1:22:42 Stunden. Wegen des durch die gesundheitlichen Probleme suboptimalen Trainingszustandes war ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden, schließlich hatte ich auch beim Wettkampf "die Handbremse etwas angezogen" und war alles sehr vorsichtig angegangen.  Ich wurde 3. im Gesamteinlauf der Walker, 2. bei den Nordic-Walkern und 1. bei den Herren.

Nach dem Zieleinlauf habe ich noch etwas getrunken und habe mich dann sofort zur kostenlosen Massage aufgemacht, welche meinen Muskeln sehr gut getan hat. Danach waren auch die anderen Walker im Ziel eingetroffen und wir unterhielten uns bei Kaffee und Kuchen oder Bratwurst bis zur Siegerehrung. Danach machten wir uns nacheinander frisch geduscht auf dem Heimweg.

Der Lauf war insgesamt besser organisiert als im letzten Jahr, der Aufbau im Start- und Zielbereich war professionell. Die Probleme mit den Streckenposten im letzten Jahr waren beseitigt und es war auch ein Toilettenwagen vorhanden. Leider hat das Wetter nicht so mitgespielt und es gab unterwegs etwas Regen, aber dafür kann der Veranstalter nichts. Das einzige Manko ist in meinen Augen gewesen, dass die Walker in der Berichterstattung leider wieder einmal nicht stattgefunden haben. Es wurde noch nicht einmal in der anschließenden Pressemitteilung erwähnt dass es einen Walk oder Nordic-Walk überhaupt gab. Aus diesem Grund gibt es dieses Jahr leider nur 9 von 10 Walkingstöcken. Seht es aber bitte nicht als Bestrafung, sondern als konstruktive Kritik an.

Vielen Dank an die vielen Helfer und Sponsoren, ohne die der Lauf nicht möglich wäre. Leider gab es, wie ich aus der Presse erfahren habe, ein unschönen Vorfall mit einem sturen Autofahrer. Daher ein extra großer Dank an die vielen Ordner auf der Strecke, die uns ein gefahrloses Passieren der Hauptstraßen ermöglicht haben.

Mittwoch, 13. September 2017

In loving memory...

richtig. Ich mag keine Beerdigungen. Und keine Gräber, keine Friedhöfe. Aber ich mag blumige Nachrufe auf Menschen, die mir etwas bedeutet haben.
Walters Schwester ging am 2. September auf ihre letzte Reise und heute wurde ihre Urne zur letzten Ruhe getragen. Vor mehr als 15 Jahren war sie für mich hier eine der wichtigsten Personen. Sie half Walter und mir über sehr schwere Zeiten. Nach und nach haben wir uns voneinander entfernt, aber natürlich haben wir uns nie komplett aus den Augen verloren. Noch 2 Wochen vor ihrem Tod habe ich sehr lange mit ihr telefoniert und es war fast so eine Nähe da, wie zu Anfang, als ich lange von England aus mit ihr telefoniert habe.
Trotz ihrer schweren Krankheit hat uns ihr Tod unvorbereitet und hart getroffen. Obwohl sie körperlich so eingeschränkt und immobil war, hinterlässt sie eine Lücke für uns alle.

Liebe Trudi, may the Lord bless you and keep you in life eternal.
Schade, dass du mir nicht die Möglichkeit gegeben hast, dir mal so zu helfen, wie du uns anfangs geholfen hast. Ich hätte es sehr gerne für dich gemacht.


Das Herz habe ich für sie geschnitzt und es hat sie heute zusammen mit unzähligen Rosenblättern auf ihrem letzten Weg begleitet. Ich denke, es hätte ihr gefallen.

Donnerstag, 24. August 2017

There's a place where we belong?

Ruhig geworden, hier im Blog. Aber so ganz ohne Wettkämpfe und bahnbrechende Back- und Kochrezepte gibts hier auch nicht wirklich viel zu schreiben.
Im  Moment habe ich nicht nur die Motivation zum Bloggen etwas verloren, ich habe irgendwie komplett meine "Erdung" verloren, meinen Platz. Im Leben, in der Welt und überhaupt.
Ich habe das Gefühl, dass ich nirgends dazu gehöre, nirgends ernst genommen werde und im Prinzip bin ich unsichtbar. Ein Nichts und Niemand. Nicht existent.
Ich bin der Seelenmülleimer - wenn es gerade passt.
Ich bin der Pausenclown - wenn die Langeweile am größten ist.
Ich bin gerade gut genug - wenn sonst keiner da ist.
An mich denkt man irgendwie als letztes, mich ruft man an, wenn sonst keiner zu Hause ist oder keiner Zeit hat oder schlicht, wenn alle anderen schon angerufen worden sind.
Schade.
Dabei hätte ich doch auch was zu bieten. Eine Schulter zum Anlehnen. Bedingungslose Freundschaft und Loyalität. Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und einen großen Wissens-Schatz zu allen möglichen Themen. Will bloß keiner von mir haben. Schade.

Gestern habe ich mal wieder ganz laut Musik gehört.
Radio Dorias "Verlorene Kinder". Und genauso verloren fühle ich mich mich. Nicht unbedingt wie "Diebesgut"- mehr wie Strandgut. Einfach wie etwas, was keiner braucht.
Und dann noch Peter Gabriels "Don't give up". Und das passte mal wieder wie A... naja, halt wie die Faust aufs Auge.


In this proud land we grew up strong
We were wanted all along
I was taught to fight, taught to win
I never thought I could fail

No fight left, or so it seems
I am a man whose dreams have all deserted
I've changed my face, I've changed my name
But no one wants you when you lose

Don't give up
'Cause you have friends
Don't give up
You're not beaten yet
Don't give up
I know you can make it good

Though I saw it all around
Never thought that I could be affected
Thought that we'd be last to go
It is so strange the way things turn

Drove the night toward my home
The place that I was born, on the lakeside
As daylight broke, I saw the earth
The trees had burned down to the ground

Don't give up
You still have us
Don't give up
We don't need much of anything
Don't give up
'Cause somewhere there's a place where we belong
Rest your head
You worry too much
It's gonna be all right
When times get rough
You can fall back on us
Don't give up
Please don't give up

Got to walk out of here
I can't take any more
Gonna stand on that bridge
Keep my eyes down below
Whatever may come
And whatever may go
That river's flowing
That river's flowing

Moved on to another town
Tried hard to settle down
For every job, so many men
So many men no one needs

Don't give up
'Cause you have friends
Don't give up
You're not the only one
Don't give up
No reason to be ashamed
Don't give up
You still have us
Don't give up now
We're proud of who you are
Don't give up
You know it's never been easy
Don't give up
'Cause I believe there's a place


There's a place where we belong

Ich war geboren, hatte einen Platz im Leben, in der Familie. Einen Freundeskreis. Mein Leben geriet aus den Fugen, ich hatte immer noch meinen Platz im Leben, eine Familie und Freunde. Und nach und nach ging alles verloren. Mein Leben, meine Familie und meine Freunde. Nichts mehr übrig. Außer der Suche nach meinem Platz im Leben und in der Welt ist mir im Moment nichts mehr geblieben. Und manchmal, ganz ehrlich, hab ich einfach keine Lust mehr, zu suchen.  Das Leben geht ohne mich weiter und die Welt dreht sich ohne mich auch weiter.

Freitag, 21. Juli 2017

Someone saved my life...

Zufällig stieß ich gestern in den unendlichen Weiten des Internets auf einen Nachruf auf einen Menschen, für den ich auch hier ein ganz persönliches Denkmal aufstellen möchte.
Wir kannten uns ja nicht wirklich. Und trotzdem verdanke ich ihm alles. Er hat nicht mehr und nicht weniger getan, als mein Leben zu retten. Ich hab schon länger nicht mehr an ihn gedacht, ihn aber nie vergessen.
Aber von vorne.
An einem finsteren, einsamen Abend im Studentenwohnheim in Lincoln, als es wirklich nicht mehr weiter zu gehen schien, rief ich ihn an. Ich saß am Schreibtisch, das Cuttermesser neben Bleistiften und Notizen. Eine bescheuerte Mail eines noch bescheuerten Menschen, auf dessen Meinung ich damals leider sehr viel gegeben habe, hatte meine Welt in den Grundfesten erschüttert. Ich wusste einfach nicht mehr weiter.
Aber als das Telefon bei ihm klingelte, verlor ich den Mut und legte wieder auf. Umgehend rief er zurück. Und er erkannte mich sofort an der Stimme. Und wir unterhielten uns fast 20 Minuten lang. Sein steter Satz: You mustn't kill yourself. You really mustn't.
Und wir verabredeten uns für den kommenden Tag in der Kirche. Und da saßen wir. Fast eine Stunde lang. Bis der Bürgermeister zu seinem Termin kam. Wir tranken Kaffee und redeten und redeten. Über ihn, mich, das Studium. Kein Wort über Glaube, Kirche, Gott. Nur über die Welt. Und - okay, ich lebe noch.
Er ist mittlerweile verstorben. Mit nur 63 Jahren. Er war ein sehr unkonventioneller Pfarrer. Geliebt und gehasst in der Gemeinde. Für mich war er ein Mann aus dem Volk. Einer der ersten Sätze von ihm, die mir im Gedächtnis blieben war: "Ich erwarte nicht von dir, dass du hier und jetzt auf die Knie fällst und betest". Und das hab ich auch nicht gemacht. Aber ich war jeden einzelnen Sonntag in seinem Gottesdienst bis ich Lincoln wieder verließ. Ich war als Freiwilliger bei Veranstaltungen, habe immer wieder Geld gespendet und für das Gemeindeblatt geschrieben. In der Gemeinde habe ich mich wirklich zu Hause gefühlt. Nicht zuletzt seinetwegen.

Hier meine Kerze für Reverend Kenneth Cook. Den ehemaligen Pfarrer von St. Mary LeWigford in Lincoln.

Dienstag, 11. Juli 2017

Tierpark die Zweite oder "Das ist mein Weibchen!"

Da der Ausflug nach Alsdorf in den dortigen Tierpark so schön war, machten wir uns am Wochenende auf den Weg nach Gangelt ins dortige Wildtiergehege. Dank der Kundenkarte unseres Energieversorgers bekamen wir den Eintritt zum ermäßigten Preis (6€ statt 7,50€). Da wir vorher schon ein- oder zweimal dort gewesen war, wussten wir: der Preis ist ein Schnäppchen und freuten uns schon morgens auf die Flugschau um 14 Uhr (zweite Show um 16 Uhr).
Dank der neu ausgebauten Bundesstraße ist Gangelt für uns inzwischen auch sehr entspannt zu erreichen, das Gekurve durch die Ortschaften kann man sich so fast komplett ersparen. Und in Gangelt selbst ist der Park dann auch relativ leicht zu finden.
Wir waren schon sehr früh vor Ort, die Falknerei haben wir uns natürlich für 14 Uhr als Höhepunkt aufgespart.
Aber auch sonst bietet der Park einige Schmankerln.



Früh übt sich, was mal ein großer Jäger werden will

oder ein Panzerknacker

Suchbild mit Luchs

Wilde Schweine mal ganz sauber (weil durch den fehlenden Regen die Kuhle sehr stark ausgetrocknet war)

so brav können von Hand aufgezogene Füchse aussehen

Und der ist mal wirklich KEIN Schmusetier


Diesen Hirsch musste Walter ein wenig in die Schranken weisen. Denn er kam mir sehr nahe. "Finger weg, das ist mein Weibchen!" Okay, der Hirsch weiß Bescheid. Und ich auch 😏


Impressionen aus der Falknerei und von der Flugshow


 








Hungrige Wölfe



Haruuuuuuuuuuuuuuuuu



Für uns auf jeden Fall wieder mal ein toller Tagesausflug. Einziger Minuspunkt: auf dem Klo gabs kein Papier. Wie so oft. Aber sonst: alle Daumen hoch. Allerdings keine 10 Erdmännchen, denn in Gangelt gibts keine. Daher: 10 Murmeltiere. Oder 10 Stück Damwild.