Dienstag, 2. Dezember 2014

20. Mondorfer Weihnachtslauf, 30.11.14

Eigentlich sind mir ja knappe über 90 km einfache Strecke für einen 10k Wettkampf zu weit. Mein Walkingfreund bot mir an mich mitzunehmen. Er war vorgemeldet, konnte aber verletzungsbedingt nicht starten. So fuhr ich mit der Bahn am frühen Sonntag Morgen zum vereinbarten Treffpunkt und wir fuhren gemeinsam nach Niederkassel-Mondorf. Die Anfahrt war gemütlich und wir hatten einige Zeit zum Plaudern. In Mondorf angekommen war auch schon ein Ordner vor Ort, der die ankommenden Starter auf die Parkplätze ein wies. Vom Parkplatz aus waren es ca. 5 min. Fußweg zur Startnummernausgabe. Die Nachmeldung und die Chipausgabe verliefen ohne Probleme. Dank ihrer guten Organisation bewältigten die Helfer den großen Andrang aber sehr souverän.
Mein Walking-Kollege und ich waren sehr zeitig dran, deshalb hatten wir noch Zeit, einen Kaffee zu trinken und andere Walker zu begrüßen die wir von anderen Wettkämpfen kannten, ich nenne sie ja gerne "die üblichen Verdächtigen".
Kurz vor dem Start hatte ich noch Zeit, mir den nahe liegenden Weihnachtsmarkt anzuschauen. Denn vor den Walkern starteten die Läufer auf zwei Distanzen, außerdem waren auch weit über 300 Bambinis und Schüler zum Wettkampf angetreten. Ich konnte also gemütlich noch mal zum Wagen gehen, meine Stöcke holen und die schnellen Schuhe anziehen. Danach fing ich an mich etwas warm zu machen.
Pünklich um 10:28 Uhr fiel der Startschuss für die Walker und ca. 30 Sekunden danach der Startschuss für die Nordic-Walker. Ich stieg mit relativ hohem Tempo ein und machte mich mit zwei anderen Nordic-Walkern daran, die knapp 70 Walker vor uns zu überholen. Es ging durch verschiedene Ortsteile zum Rhein, wo es dann auf der Wiese neben dem Rheindamm weiter ging. Nach ca. 2 km hatten wir fast alle Walker überholt. An einer Engstelle ließ ich einen gleich schnellen Nordic Walker um der Sicherheit Willen an mir vorbei ziehen. Sie war einfach zu eng, um gemeinsam an den letzten vor uns verbliebenen Walkern vorbei zu kommen.
Er setzte sich etwas ab und ich verlor ein bisschen an Tempo, sodass mich ein weiterer Nordic Walker hinter der Engstelle überholte. Aber bei ca. 2,5 km war es wie in der Danone-Werbung: irgendwann kriegen wir sie alle - ich hatte glücklich alle Walker überholt.
Über den Rhein ging es durch ein kleines Waldstück zur 1. Schleife. Kurz vor Ende der Schleife überholte ich den vor mir liegenden Nordic-Walker. Das Tempo war bis dahin sehr schnell zwischen 7 und 7,1 min/km. Der an vorderster Stelle liegende Nordic-Walker war in Sichtweite, ca. 100 bis 150m vor mir. Er wurde von einem Radfahrer des TUS Mondorf "begleitet", der uns den Weg wies. Vor der 1. Schleife befand sich ein Wasserstand, den aber bei 2°C Außentemperatur eigentlich keiner wirklich benötigte.
Nach der Schleife ging es zurück auf den Reindamm entlang in Richtung der zweiten Schleife. Dort waren 2 Stellen, an denen man auf entgegenkommende Walker treffen konnte. Aber der Weg war in der Mitte geteilt, die Absperrungen machten ein Verlaufen und Kollisionen unmöglich. Auf der zweiten Schleife begleitete uns Dudelsackmusik und so ging es mit musikalischer Motivations-Spritze auf die restlichen 1,5km in Richtung Ziel wieder in den Ort. Dort wurden wir von einer großen Zuschauermenge und dem Moderator begrüßt. Die Zuschauer erwiesen sich als sehr sportlich: sie feuerten jeden an und so freute ich mich unter Applaus über meine Endzeit von genau 1:12:00. Damit wurde ich 2. im Gesamteinlauf und 1. in der AK M45.
Alles im allen war der Lauf und alle anderen Läufe super organisiert. Meiner Meinung nach der am besten organisierte Lauf in diesem Jahr. Es waren überall Markierungen und Streckenposten vorhanden. Es konnte sich keiner verlaufen. Vor dem ersten und nach dem letzten Walker waren Fahrradfahrer. Alle Helfer waren sehr sehr freundlich und trotz der kalten Temperaturen mit großem Eifer dabei. Nach dem Lauf konnte man sich mit warmen Tee, Wasser, Fassbrause und Bananen stärken. Die Siegerehrung fand pünktlich, wie angekündigt um 12:50 Uhr statt. Es wurden alle AK Sieger geehrt, was auch eine Seltenheit bei Walkingveranstaltungen ist.
Ein sehr sehr großes Lob an den TUS Mondorf, besser kann man eine Veranstaltung dieser Art und mit diesen Anmeldeszahlen (über 1900 Anmeldungen) nicht organisieren. Mein Dank gilt auch den über 80 Helferinnen und Helfern für Ihren großartigen Einsatz. Ich bin gerne im nächsten Jahr wieder dabei und fahre dann auch gerne die 180 km!!

Dienstag, 11. November 2014

18. Rursee-Marathon-Walk, 08.11.2014

Rursee-Marathon-Walk – bislang war diese Veranstaltung immer einer der Höhepunkte meiner Walkingsaison. Eine absolute Pflichtveranstaltung. Daher fuhr ich auch in diesem Jahr, am 8.11., in die Eifel. Mit meinem Walking-Kollegen Heinz war ich fest verabredet (er wollte allerdings nicht mit walken, sondern nur als Schlachtenbummler anwesend sein). Auf der Vormelderliste hatte ich aber auch noch andere Walkingkolleginnen und –kollegen gefunden, einige davon hatte ich schon länger nicht mehr gesehen und freute mich entsprechend auf die Unterhaltungen mit ihnen.
Da Einruhr nicht direkt um die Ecke liegt, und ich wusste, dass es direkt am Start/Ziel nur wenige Parkplätze gibt, fuhr ich ziemlich früh los und war so zeitig vor Ort, dass der Aufbau noch in vollem Gange war.
Die Startnummernausgabe verlief wie immer reibungslos und es gab wieder nette Give-Aways der Sponsoren. Außerdem hatte ich Glück, meine bevorzugten Laufschuhe zu einem fantastischen Preis am Stand eines örtlichen Sportartikelhändlers zu erstehen. Bei zwei Tassen Kaffee gab es nette Unterhaltungen mit Walking-Kollegen und schnell war es auch schon Zeit, sich aufzuwärmen.
Pünktlich um 12.30 Uhr fiel der Startschuss. Die Strecke war mir ja aus den Vorjahren schon bekannt: die "kleine" Runde um den Rursee. Aber nicht nur eben am Ufer entlang und über die Staumauer. Nein, zwei Mal führt der Weg über „fiese“ Steigungen aus dem Tal hinaus und man hat stellenweise einen sehr schönen Ausblick über den See. Naja, hätte man. Wenn man nicht auf den zum Teil steinigen Weg, die Stöcke und die anderen Walker achten müsste. Also hatte ich von der Aussicht nicht wirklich viel. Ich konnte den einen oder anderen Walker überholen, der eine oder andere zog an mir vorbei.
Nach der ersten Steigung ging es über die Urftstaumauer zum ersten Getränkestand, der mir sehr willkommen war. Danach ging es ziemlich eben am Ufer entlang in Richtung Rurberg. Ich versuchte mein Tempo so gut es ging um die 7,5 min/km zu halten und mich nicht von einigen Walker-Läufern ärgern zu lassen. Meine Zwischenzeit bei 10 km war 01:14.00, damit war ich vollkommen zufrieden.
Bei Rurberg kam dann die zweite Getränkestation und die zweite sehr "gemeine" Steigung. Danach ging es wieder bergab über eine ziemlich matschige Wiese. Wie in den Jahren zuvor haben meine Waden das etwas übel gelaunt überstanden und mit leichten Krämpfen geantwortet. Ein kurzes Dehnen half aber ganz gut. Dann galt es, den Kollegen, der mich während des Dehnens überholen konnte, wieder einzuholen. Ca. 1 km vor dem Ziel warteten zwei Walkingkollegen, die verletzungsbedingt nicht starten konnten, auf mich und feuerten mich an. Im Ziel nahm mich dann wie immer auch Peter Borsdorff mit seiner Kamera und dem Spendenschuh in Empfang.
Das Ziel erreichte ich in der Zeit von 2:08:22 als 12. im Gesamteinlauf. Wenn ich die Walker-Läufer abziehe und diejenige die abgekürzt hat, wäre es wohl der 8. oder 9. Platz gewesen.
Der Lauf war wie immer gut organisiert und die Strecke ist einfach wunderschön. Leider war zum ersten Mal die Ziel-Einlauf-Liste nur nach Alphabet sortiert und nicht nach der erreichten Zeit und auch auf den Urkunden, die man sich selbst ausdrucken kann, sind keine Platzierungen vermerkt. In den Augen der Veranstalter sind die (nordic) Walker wohl eher als Wanderer, denn als Sportler zu sehen.
Wie immer befand sich der zweite Getränkestand direkt vor der letzten heftigen Steigung. Da gilt es immer, abzuwägen: nichts trinken und dann irgendwann zu dehydrieren oder sich vor dem Anstieg einen Schluck gönnen und Magenrummeln oder Seitenstiche riskieren. Beides nicht besonders angenehm. Dass es auch anders geht, beweist der Veranstalter jedes Jahr beim Lauf am Sonntag. Da ist sowohl vor als auch nach der Steigung ein Wasserstand. Wieso also nicht bei den Walkern ebenso?

Leider gibt es, wie bei vielen Veranstaltungen dieser Art reichlich Gelegenheit zu unsportlichem Verhalten. Keiner kann kontrollieren, ob die korrekte Strecke gewalkt wird, oder ob gewalkt oder gelaufen wird. Ich selbst habe mindestens 3 Walker-Läufer gesehen. Außerdem haben einige wohl (auch nach eigener Aussage) abgekürzt. Dies könnte man durch ein oder zwei Schiedsrichtern auf Fahrrädern unterbinden. Für mich ist es ein schöner Walk in schöner Umgebung, vielleicht sogar der schönste. Verpflegung war zu zivilen Preisen erhältlich. Aber dadurch, dass die Walker so stiefkindlich als Sportler zweiter Klasse behandelt werden, steht nicht nur hinter meiner Teilnahme im kommenden Jahr ein dickes Fragezeichen.


Mittwoch, 5. November 2014

42. internationaler Volkslauf in Übach-Palenberg, 02.11.2014

Zum ersten Mal seit ich an Wettkämpfen teil nehme, fielen der Volkslauf in Übach-Palenberg und der Rursee-Marathon nicht auf das selbe Wochenende. Daher konnte ich kurz entschlossen am 2.11. in Übach Palenberg starten. Die Voranmeldung per Email war problemlos und die Bestätigungsmail  kam praktisch postwendend.
Sonntag Morgen machte ich mich dann auf den Weg nach Übach-Palenberg. Mit dem Navi war der Veranstaltungsort einfach zu finden. Die Startnummernausgabe verlief reibungslos. Kurz vor dem Start ist dann auch mein Walking-Kollege eingetroffen. Gemeinsam machten wir uns ein bisschen warm.
Pünklich um 10 Uhr fiel der Startschuss. Auf dem Papier hatte die Strecke relativ einfach ausgesehen. Jaja, Papier ist halt geduldig. Denn nach ca. 1,5 km kam eine richtig "Rampe" über ca. 200 Meter Länge. Um diese zu überwinden, musste man sich schon etwas anstrengen. Der Rest der Strecke war flach und ging über asphaltierte und sehr harte Wald- und Forstwege. Als problematisch erwiesen sich die viel zu instabil gehaltenen Streckenmarkierungen. Diese waren als Papierpfeile an dünnen Stäben angebracht. Zwar gab es reichlich Pfeile (es gab ja neben dem Nordic Walking auch noch andere Disziplinen mit zum Teil anderen Strecken), aber durch den teilweise starken Wind klappten sie ein und man konnte beim besten Willen den eigenen richtigen Weg nicht mehr erkennen.
So kam es dann auch, dass ich auf der unbekannten Strecke einmal zu früh abgebogen bin und die Strecke somit für mich unbeabsichtigt etwas abkürzte.
Nach einer Schleife ging es dann den Weg zurück, dieses Mal ging es über die "Rampe" bergab  zurück zum Start. Im Ziel sagte ich dann dem Zeitnehmer sofort, dass ich ein mal zu früh abgebogen bin und er bitte 7 Minuten zu meiner Endzeit addieren solle. Trotzdem reichte meine Zeit von 51:15 Minuten zum 1. Platz über die 7,6 km Walking.
Abgesehen von der Beschilderung war der Lauf gut organisiert, alles verlief reibungslos. Die Siegerehrung war ca. eine Stunde nach dem Zieleinlauf. Allerdings führte die Strecke leider zu 100% über Asphalt. Wenn der Veranstalter im kommenden Jahr die Pfeile verstärkt (eine Möglichkeit wäre, sie einfach zu laminieren) oder vielleicht Richtungspfeile auf dem Boden aufmalt, dann wäre wahrscheinlich nicht nur mir geholfen. Ansonsten: gerne wieder.

Sonntag, 19. Oktober 2014

55. Hambacher Herbstwaldlauf, 19.10.2014

Da die Nordic-Walking DM abgesagt worden ist, habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative in meiner Nähe gemacht. Allerdings lag wohl ein Fluch auf dem Datum, anders kann ich mir nicht erklären, dass auch meine erste Alternative (der Jahrhundertlauf am Edersee) abgesagt wurde.
Im Internet bin ich dann auf den Hambacher Herbstwaldlauf aufmerksam geworden und weil sich die Strecke sehr schön anhörte, entschloss ich mich, daran teilzunehmen. Leider wurde für die Walker nur die 7,1 km Variante angeboten, also schon fast ein Nordic-Walk-Sprint.
Entgegen meiner Erwartungen verlief meine Anfahrt reibungslos. Da weder mein Navi noch Google.Maps den Startpunkt kannten, hatte ich so meine Bedenken gehabt, selbigen zu finden. Dankenswerter Weise war der Start auch schon von der Hauptstraße aus ausgeschildert. Da ich, wie immer, etwas früher vor Ort war, konnte ich einen Parkplatz nur knapp 80 Meter vom Start ergattern.

Die Startnummernausgabe verlief reibungslos und mein befreundeter Walker war auch da. Leider konnte er nicht starten. Er war am Vortag den Rotharsteig-Halbmarathon gewalkt und wollte seine kaputten Gelenke was schonen. Außer ihm waren aber noch einige weitere bekannte Gesichter da. Kurz vor der Startaufstellung fiel mir bereits beim Aufwärmen ein Nordic-Walker-Läufer ins Auge und negativ auf.
Der Startschuss war pünktlich um 10:30 Uhr und ich setzte mich sofort an die Spitze, kurz hinter mir ein Walker mit sehr schöner Technik. Der Pace, den wir beide aufnahmen, lag bei ca. 6,9 min/km und wir kamen gut ab dem 1. km nebeneinander voran. Von der Strecke wurden wir nicht enttäuscht, nur Wald-, Kies- und Sandwege und immer durch den Wald. Ab und zu musste man größeren Steinen ausweichen, schließlich ist die Sophienhöhe die Abraumhalde des ehemaligen Tagebaus.
Leider habe ich mir schon nach dem 1. km etwas den linken Fuß vertreten, doch das konnte mich höchstens etwas bremsen, aber nicht aufhalten! Wir pendelten uns bei 7,1 bis 7,2 min/km ein. Nach der 1. Schleife ging es dann wieder durch den Start- und Zielbereich und weiter auf die etwas größere 2. Schleife, wo die Wege dann auch etwas enger wurden. Der Kollege und ich blieben aber eigentlich die ganze Zeit auf gleicher Höhe.
Beim 5. Kilometer ließ uns beide ein Geräusche hinter uns aufhorchen. Wir drehten uns kurz um - ja, da war er: der laufende Nordic-Walker! Lautstark machten wir ihn darauf aufmerksam, dass er laufen würde. Wie eigentlich alle laufenden Walker reagierte er pampig und protestierte. Allerdings hätte er seinen Rückstand von mehreren 100 Metern in so kurzer Zeit nie im Leben regel-gerecht aufholen können. Mein neben mir walkender Kollege und ich verstanden uns ohne Worte: sollte der "Läufer" versuchen, zu überholen, bremsen wir ihn aus. Aber er probierte es vorsichtshalber gar nicht, so wie es aussah hatte ihn die Kondition beim Nordic-Laufen dann doch etwas verlassen.
500 Meter vor dem Ziel beschlossen der Kollege und ich, gemeinsam die Ziellinie zu überqueren. Dort wurden wir auch wieder von Peter Borsdorff von Running for Kids empfangen. Auf diesem Weg wieder ein großes Danke für die schönen Bilder. Da die Zeitnahme-Software einen zeitgleichen Zieleinlauf anscheinend nicht vorsieht, ist zwischen mir und dem Kollegen dann doch eine Sekunde Unterschied. Aber sei's drum. So wurde ich halt mit einer Zeit von 51:27 min 1. bei den Nordic Walkern und mein walkender Partner mit 51:28 min. 1. bei den Walkern. Bei der Siegerehrung ignorierten wir den Nordic-Läufer sehr gekonnt. Dabei sei aber noch zu erwähnen, dass seine Frau korrekt gewalkt ist, vielleicht sollte er bezüglich der Walking-Technik bei ihr mal Nachhilfe nehmen.
Es war insgesamt eine sehr gut organisierte Veranstaltung. Alles war perfekt markiert, so konnte sich keiner verlaufen und auch die Wege im Start- und Zielbereich waren gut abgesperrt. Die Laufstrecke ist sehr schön und führt zu 100% über Wald-, Sand- und Kieswege. Die Siegerehrung fand ca. 1 Stunde nach dem Einlauf statt. Schade ist nur, dass die 14km Strecke nicht für die Walker angeboten wird. Dies ist auch mein einziger Verbesserungsvorschlag. Es wäre sehr sehr schön, wenn die längere Strecke auch für die Walker und Nordic-Walker angeboten würde. Gerne nächstes Jahr wieder!





Mittwoch, 15. Oktober 2014

36. Gillrather Volkslauf, 12.10.2014

Es ist schon langsam Tradition, dass ich im Oktober beim Gillrather Volkslauf starte.
So fuhr ich auch am Sonntag, den 12.10.2014 wieder in die Teverener Heide. Das Wetter war wieder einmal sehr schön und ich hatte mich schon im Vorfeld mit einem befreundeten Walker dort verabredet.
Hinter der Feuerwehr in Gillrath gab es ausreichend Parkplätze und von dort sind es nur wenige Meter bis zum Sportplatz. Die Startnummernausgabe war wie immer sehr gut organisiert und alles klappte reibungslos. Mein Walking-Kollege war auch schon da und wir hielten bei einer Tasse Kaffee noch einen kurzen Schwatz über die Ereignisse der letzten Wochen.
Auch er konnte es nicht fassen, dass die Nordic-Walking DM abgesagt worden ist. Allerdings konnte er seine Fassungslosigkeit über das Unvermögen des Veranstalters nicht verbergen. "Gut, dass nächstes Jahr ein seriöser und vernünftiger Veranstalter diesen Wettkampf übernimmt", war seine Aussage.
Ca. 30 Minuten vor dem Start machten wir uns warm und gingen dann gemeinsam zur Startaufstellung auf der Straße. Ich wurde noch etwas damit aufgezogen, dass ich mich im vergangenen Jahr "verlaufen" hatte. Dies würde mir dieses Jahr nicht passieren! Pünktlich um 10:35 Uhr fiel der Startschuss. Wie immer startete ich ganz hinten, um nicht mit den Läufern ins Gehege zu kommen und hängte mich an den befreundeten Walker. Schon bei ca. 1,5 km haben wir die ersten Läufer überholt und bei 2,5 km ließ ich dann den Kollegen hinter mir und setzte mich an die Spitze. Von da an musste ich aufpassen, mein Tempo nicht aus den Augen zu verlieren, da meine GPS-Uhr (vielleicht wegen der benachbarten AWACS) keinen richtigen Empfang hatte.
Die Strecke war wie immer sehr schön, Asphalt, Waldboden mit sandigen Abschnitten und Wiesen-Feldwege. Außerdem gibt es keine nennenswerten Steigungen. Bei ca. 5 km kam der Wasserstand, der gerne von mir angenommen wurde um Rachen und Hals zu befeuchten. Bei ca. km 8 wurde ich nach und nach von den zehn Führenden des Halbmarathons überholt. Danach ging es in den Endspurt.
Im Ziel war ich dann der erste Walker mit einer Zeit von 1:13:09 h. Ich war zufrieden mit meiner Zeit. Nach 4 Minuten kam dann mein walkender Kollege als 2. ins Ziel, wo ich schon mit einem Becher Wasser auf ihn wartete.
Der Lauf war wie immer sehr gut organisiert und sehr erfreulich fand ich, dass dieses Mal die Siegerehrung tatsächlich sehr zeitnah durchgeführt wurde. Super finde ich die Preise, die der DJK Gillrath vergibt. Statt Finisher-Shirts, Pokalen, Medaillen oder Handtüchern hat sich der Verein auf Nützliches verlegt. So konnte ich glücklich einen 5-Kilo-Sack Kartoffeln mit nach Hause nehmen.
Mein Dank geht an den DJK-Gillrath für die gute Organisation und an die Freiwillige Feuerwehr für die Unterstützung. Gerne nächstes Jahr wieder.
Und natürlich auch vielen Dank an Peter Borsdorff von Running4Kids für die tollen Fotos.











Mittwoch, 8. Oktober 2014

Wiedersehen mit dem "verlorenen Cousin"

Im Moment geht mir so vieles durch den Kopf. Samstag – da soll es vielleicht endlich soweit sein: wir treffen den „verlorenen Vetter“. Nach 18 Jahren, in denen wir uns nicht gesehen haben, vier Jahren zögerlichen Annäherns über Internet und SMS – nun soll es soweit sein? Ein Treffen? Nach so langer Zeit, nach so vielem, was passiert ist? Jetzt? Endlich?
Um es mit den Worten vom Haigerlocher Opa zu sagen: Wo ist nur die Zeit hin? Und, als wäre es irgendwie ein Omen – wir treffen uns in seiner Heimatstadt Köln. 2 Tage nach dem Tag, an dem seine Frau 101 Jahre alt geworden wäre. Wow. So viel Mystik. Oder Zufälle. Wie man’s lieber mag.
Aber mir fallen, wie bei Reinhard Mey, zahllose Bilder ein.
Wie du mir damals den alten kaputten Tacho von deinem Rennrad geschenkt hast? Wie ich ihn mit einer Schnur um den Lenker von meinem Dreirad gebunden habe und Runde um Runde durch Omas Küche, den Flur und das Esszimmer gedreht habe? Bis ich völlig außer Atem und der Lenker vom Dreirad komplett zerschrammt war?
Du und ich, beim Skifahren auf der Hohenbergstraße mitten in der Nacht. Beim Schotter klauen beim Bau-Unternehmer, weil es mitten in der Nacht so spiegelglatt wurde und weder Sand noch Salz im Haus war. Und wie Herr H. uns nach gegangen ist.
Weißt du noch, wie wir zusammen das Iglu gebaut haben? Mit Reiner? Oder die Hütte? Wie du mich am Sportplatz getroffen hast und wir zusammen zu Oma nach Hause gingen, damals, als ich den Arm in Gips hatte? Seither hasse ich Tiefkühl-Champignons, weil Oma die an dem Tag gekocht hat und alles so fies danach roch!
Aber auch, wie du am ersten Weihnachtsfeiertag im jugendlichen Übermut eine Spielzeugpistole (ein sinniges Weihnachtsgeschenk deiner Eltern) direkt neben meinem Ohr abgefeuert hast. Und wie ich dafür den Ärger von der Mutter bekommen hatte? Wie du mich auf dem Tennisplatz wie ein kleines Kind behandelt hast und lieber mit einem Kumpel gespielt hast, als mit mir.
Wie sehr ich dich bewundert habe, weil du schon immer cool warst, schon zu einer Zeit, wo man noch gar nicht „cool“ war. Du wirst in meinen Gedanken immer der schlacksige Junge sein, der mit der Kamera um den Hals mit uns auf dem Lochen war, als Thomas und ich den Keuchhusten hatten. Der so wunderbar Klavier gespielt hat. Mit dem ich Detektiv und Verstecken gespielt habe. Mit dem ich mein erstes Revell-Modell gebastelt habe, ohne den ich nie im Leben die Kadenzen oder den Generalbass im Musikunterricht gemeistert hätte.  
Du warst mein großer Bruder und mein großes Vorbild. Und ich habe dich sehr vermisst. Erst, als du zum Bund gingst, dann, als du studieren gingst, geheiratet hast und zuletzt, als sich unsere Wege endgültig trennten. Du warst erwachsen und ich habe nie mehr was von dir gehört. Ich war nicht zu deiner Hochzeit eingeladen, du warst bei meiner Konfirmation nicht mal so fair, selbst abzusagen, sondern hast es nur ausrichten lassen. Nett war das nicht. Und trotzdem – ich habe oft an dich gedacht. Mehr zufällig haben wir uns am Omas Krankenbett in Stuttgart getroffen. Wollten in Kontakt bleiben. Und beim „Wollen“ ist es auch geblieben.

Und jetzt, 18 Jahre später- haben wir uns wieder gefunden. Was draus wird steht in den Sternen. Ich wollte nur, dass du das hier weißt. Und dass du weißt, dass du mir gefehlt hast. Und dass ich dir alles Gute wünsche, egal, wie unser Treffen ausgeht.


Samstag, 4. Oktober 2014

3. Aachener Firmenlauf, Hangerweiher, 02.10.2014

In den letzten Jahren ist es schon fast zur Tradition geworden, dass wir mit der Firma beim Aachener Firmenlauf mit einem Team antreten. Durch die Ausrichter habe ich die Erlaubnis bekommen als Nordic-Walker daran teilzunehmen, voraus gesetzt, dass ich keinen anderen Teilnehmer gefährde oder störe.
Kurz nach 15 Uhr war Aufbruch in der Firma angesagt. Es galt die 24 Starter von Oberforstbach nach Aachen Hangeweiher zu bringen, daher wurden vor dem Firmengebäude mehrere  Fahrgemeinschaften gebildet. Da natürlich jeder Fahrer versuchte, vor Ort einen Parkplatz zu bekommen, war der Andrang bei knapp 6400 Startern entsprechend groß. Um 15:50 Uhr waren wir dann endlich alle am vereinbarten Treffpunkt angekommen. Einige mussten sich noch umziehen und ihre Startnummern befestigen, andere hibbelten herum, weil es für sie (fast) der einzige oder zumindest der erste Lauf des Jahres war. Um 16:45 Uhr gingen wir dann geschlossen zum Start. Eine Kollegin wollte, dass ich sie "ziehe" und da blieb ihr nichts anderes übrig, als mit mir ganz hinten zu starten. Um 17 Uhr fiel pünktlich der Startschuss für die 3500 Starter beim 4,63 km Lauf, der in zwei Runden über den ausgewiesenen Parcours führte.
Es dauerte über 5 Minuten, bis ich mit meiner Kollegin die Startlinie überquerte und wir langsam etwas Tempo machen konnten. Wegen meiner Stöcke musste ich die Augen überall haben: ich musste auf die Läufer um mich herum achten, schließlich wollte ich keinen mit meinen sehr scharfen Spitzen verletzen. Viele unerfahrene Läufer, für die ich mitdenken musste, bremsten mich ein paar Mal komplett aus. Und natürlich durfte ich auch meine (laufende) Kollegin nicht aus den Augen verlieren.
In der zweiten Runde hatten sich dann aber alle (auch ich) in den Lauf eingefunden und es ging etwas besser. So konnte ich versuchen, mein Tempo immer zwischen 7,1 und 7,2 min/km zu halten, was mir auch größtenteils gelungen ist. Kurz vor dem Ziel legte meine Kollegin einen respektablen kleinen Endspurt hin und überholte mich. Gerne habe ich sie ziehen lassen. Der Zielkanal war, wie im vergangenen Jahr, sehr eng. So gerne ich mit ihr gemeinsam eingelaufen wäre, so groß wäre die Gefahr gewesen, sie mit meinen Stöcken zu verletzen oder zu Fall zu bringen. Das Risiko wollte ich auf keinen Fall eingehen, daher ließ ich sie ziehen und sie finishte einige Zehntel vor mir. Meine Endzeit lag bei 33:32 min, damit bin ich vollkommen zufrieden.
Anhand der Finisher-Liste konnte ich nachvollziehen, dass ich mit meiner Kollegin gemeinsam im Laufe des Wettkampfs genau 340 Läufer überholt habe, da wir ja als Letzte gestartet waren und das Feld buchstäblich von ganz hinten aufgerollt haben. Wäre der Lauf länger gewesen und die Strecke nicht ganz so beengt - wir hätten noch den einen oder anderen überholen können.

Nach dem Lauf konnte man sich mit alkoholfreiem Bier eines der Sponsoren stärken, außerdem gab es leckere Backwaren eines anderen Sponsor.

Insgesamt gefiel mir der Lauf besser als im vergangenen Jahr. Ich fand ihn besser organisiert, es gab weniger Chaos und, soweit ich das beurteilen kann, gab es auch weniger Möglichkeiten abzukürzen.  Zumindest habe ich keinen gesehen, der mit Absicht falsch abgebogen ist um zu schummeln (war im vergangenen Jahr mehrfach vorgekommen). Dennoch finde ich, dass die örtlichen Gegebenheiten für eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht geeignet sind, es ist schlicht zu wenig Platz für so viele Starter. Der Veranstalter sollte eventuell überlegen, ob sich nicht eine andere Örtlichkeit mit breiterer Laufstrecke und mehr Parkplätzen besser anbieten würde. Das käme den Teilnehmern sicher entgegen und das Starter-Limit von 3500 für den 4,6-km-Lauf könnte erhöht werden. Leider habe ich auch nur acht mobile Toiletten gesehen. Sollten das alle gewesen sein, dann waren das mit Sicherheit  erheblich zu wenige.
Auch fand ich die Ausschilderung vor Ort etwas dürftig, vor allem für Orts-Unkundige. Die Helfer am Wasserstand meinten es ja gut, als sie die riesigen Becher randvoll zur Verfügung stellten. Aber ganz ehrlich: wer möchte einen guten Viertelliter Wasser während des Laufs in die Hand nehmen? Die Becher sind zu schwer, zu groß, einfach zu unhandlich. Beim Versuch, daraus zu trinken, verschluckt man sich leicht und der Großteil des Wassers landet entweder auf dem Laufshirt oder auf der Straße. Eigentlich reichen 0,1l Becher und die dann auch nur halbvoll.
Auf jeden Fall hat es mir aber sehr viel Spaß gemacht mit den Kollegen diese Veranstaltung zu besuchen. Wir konnten uns im Vorfeld und auch nach dem Lauf gut unterhalten und die anderen Läufer anfeuern.