Sonntag, 31. August 2014

13. Monte Sophia und 55. Heinrich-Antons-Gedächtnislauf, 30.08.2014

Na das nenne ich mal Schnellschuss - eben noch in Holland zum Einkaufen, jetzt schon auf der Piste bei Monte Sophia! Was sich ein bisschen anhört, wie einst bei Rudi Carrell (eben noch im Supermarkt, jetzt auf unserer Showbühne!) war bei mir am Samstag, 30.8. Realität. Ganz kurz entschlossen fuhr ich, nur 2,5 Stunden vor dem Startschuss, nach Niederzier zum Lauf rund um Monte Sophia.
Die Nachmeldung verlief reibungslos und schon hatte ich meine Startnummer in den Händen. Leider gab es "nur" die 10k Variante, den Montelino, für die Walker. Einige der üblichen Walkingkolleginnen und - kollegen waren auch da. Wir redeten was über die letzten Läufe und beobachteten die Starts zu den anderen Läufen. Dabei machten wir uns langsam warm. Unser Start war der letzte und der Startschuss fiel pünktlich um 16:30 Uhr. In einer Dreiergruppe konnten wir uns sofort von den übrigen Walkern absetzen und machten ordentlich Tempo. Es war trocken, aber es wehte sehr starker Wind, teilweise gab es sogar recht stürmische Böen, vor allem auf den ersten 2 km. So musste ich leider die beiden ersten Walker etwas ziehen lassen und mich auf die Stöcke konzentrieren. Diese wurden mir von Wind leider beim Schwingen in die Waden "geblasen". Ich schaffte es aber, sie bei dem geringeren Tempo ganz gut unter Kontrolle zu halten.
Als es bei ca. 3 km nicht mehr so stark stürmte, hatten die beiden Kollegen einen Vorsprung von ca. 150m und 200m herausgeholt. Kurz nach dem dritten Kilometer lud die erste Wasserstelle zu einer willkommenen Erfrischung ein. Ab dem vierten Kilometer ging es dann bergauf, die erste Steigung begann, beim  fünften Kilometer folgte dann die zweite Bergetappe, die noch etwas steiler war. Das war für die Walkerin vor mir dann doch zu steil - sie brach ein und ich konnte zu ihr aufschließen, nach der Steigung konnte ich sie dann sogar überholen.
Danach ging es wieder bergab und ich legte einen Zahn zu. Schritt für Schritt, Stockschwung für Stockschwung pirschte ich mich an den Erstplatzierten heran. Um den siebten Kilometer kamen uns dann überraschender Weise andere Walker entgegen. EIGENTLICH nahmen sie ja am selben Lauf teil, wie wir. Zumindest ließen das ihre Startnummern vermuten. Allerdings war einer von ihnen an einer Stelle falsch abgebogen und das Gefolge war ihm, ganz loyal, gefolgt :-) Sie rollten das Feld von der anderen Seite auf, sprich, sie walkten in entgegengesetzter Richtung.
Kurz nach dem achten Kilometer dann die zweite Wasserstelle - ein echtes Labsal. Der Abstand zwischen dem Erstplatzierten und mir betrug nur noch rund ca. 30 Meter. Auf dem vorletzten Kilometer konnte ich ihn dann überholen und noch einen kleinen Vorsprung ihm gegenüber herausarbeiten. Diesen rettete ich ins Ziel und überquerte die Linie mit einer Zeit von 1:13:41 h als Sieger.
Der Lauf war sehr gut organisiert und ist landschaftlich sehr ansprechend. Ein einziger Pfeil auf dem Boden war wohl etwas zu klein geraten, dieser führte die Gruppe der "Geisterwalker" in die Irre, das ist also ein Punkt, der verbesserungsürdig wäre.  Im Ziel begrüßte außer dem Maskottchen der DAK und einem  Römer auch Peter Borsdorff die einlaufenden Athleten. Peter feuerte in gewohnter Manier jeden Sportler an (die meisten davon kennt er namentlich), schoss Bilder und sammelte wie gewohnt in seinem "Sammel-Schuh" für seine Aktion Running for Kids. Einem seiner "Schützlinge" überreichte er einen Scheck über 500 €, die diesen wieder ein Stück näher zu seiner Delphintherapie brachte.
Leider ließ die Siegerehrung etwas auf sich warten. Aber um 19:45 Uhr war dann auch die letzte Urkunde gedruckt und die Preise konnten vergeben werden. Gelangweilt haben wir uns während der Wartezeit nicht. Bei netten Gesprächen und einigen Tassen Kaffee zu äußerst zivilven Preisen konnten wir uns die Zeit ganz gut vertreiben. Nächstes Jahr bin ich auf alle Fälle wieder dabei.




Dienstag, 26. August 2014

25. Hambacher Volks- und Straßenlauf, 23.08.2014

Es gibt immer ein erstes Mal. Auch für die Teilnahme an Walking-Wettkämpfen. So ein "erstes Mal" für mich war am 23.08., mein Start beim Hambacher Volkslauf. Laut Streckenbeschreibung fällt die 10er Runde in die Kategorie "nahezu Topf eben".  Und schon die Vormelderliste zeigte mir, dass die üblichen Verdächtigen auch da sein würden, sprich: es würde wieder die übliche Truppe dort auflaufen (oder auf"walken"). Für mich war die Veranstaltung aufgrund der Distanz natürlich eher eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen, als ein Wettkampf. Nichts desto Trotz freute ich mich sehr darauf. Die Strecke versprach sehr schön zu sein, die üblichen Mitstreiter würden da sein - was wollte ich mehr. Naja. Schönes Wetter wollte ich. Aber da machte mir Petrus einen Strich durch die Rechnung und kleine Knoten in die Stöcke. Bis ca 30 Minuten vor dem Start regnete es Bindfäden.
Die  Startnummernausgabe verlief reibungslos und als wir uns dann ans Aufwärmen machten, hörte es auch auf, zu regnen. 5 Minuten nach dem Start der Läufer fiel auch pünktlich der Startschuss für uns Walker. Schon auf dem ersten Kilometer war klar, dass es ein sehr schneller Wettkampf werden würde. Auf den ersten Kilometern erreichte ich einen Pace von 7 und 7,2 Minuten/km. Eine walkende Läuferin oder laufende Walkerin konnte ich nach längerem Kampf bei 1,5km hinter mir lassen, bei der Kilometermarke 2 wurde ich dafür von einer anderen Walkerin überholt. Fast genau 2000m weiter hatte ich sie wieder eingeholt und machte mich auf die Aufholjagd nach dem Zweitplatzierten. Obwohl das Tempo etwas einbrach, blieb es ein sehr schneller Wettkampf und man konnte immer die vor einem liegenden Walker sehen. Ab der 5-Kilometer-Marke konnten die vorne liegenden Walker dann die ersten Läufer des 10k-Laufes überholen. Ca 400 Meter vor dem Ziel schaffte ich es dann mit einem fulminanten Endspurt doch noch, zum Zweitplatzierten aufzuschließen und ihn noch zu überholen. Mit neuer persönlicher Bestzeit von 1:11:57h wurde ich 2. in der Gesamtwertung und war der 1. Nordic-Walker im Ziel.

Es war alles in allem ein sehr schöner, schneller und spannender Wettkampf. Zwischen Platz 2 und 4 war für mich alles möglich. Der Lauf war gut kilometriert, die Strecke war mit Hinweistafeln und großen Markierungen auf dem Boden hervorragend ausgeschildert und 3 Getränkestände sorgten für den notwendigen Flüssigkeitsausgleich. Die Strecke führte ca. 60% über Asphalt und 40% über Wald- und Kieswege. Nach dem Zieleinlauf konnte man sich zu zivilen Preisen kulinarisch stärken und es gab auch genügend überdachte Plätze um trocken zu bleiben. Leider musste die Siegerehrung wegen technischer Probleme ausfallen. Hier liegt auch mein einziger Kritikpunkt: die Athleten erfuhren erst nach über 90 Minuten, dass es keine Siegerehrung geben würde, ziemlich lang, wenn man verschwitzt bei 17°C im Freien steht. Aber abgesehen davon eine Top-Veranstaltung, die ich für die kommende Saison wieder in den Wettkampf-Terminkalender aufnehmen werde.



Sonntag, 10. August 2014

Die Wasserschlacht beim Volkslauf "Rund um Süssendell", 08.08.14

Am Freitag, den 08.08.14 um 18:50 Uhr fand der 9. Volkslauf Rund um Süssendell statt. Da es von meiner Arbeit nur ein paar Minuten dorthin sind, bot es sich an dort wieder teilzunehmen.
Die Wettervorhersage sagt max. 0,5mm Niederschlag voraus und das Regenradar ab 18:30 Uhr große Wolkenlücken. Also fuhr ich nach Mausbach, kam pünktlich an und - tatsächlich regnete es nicht mehr.
Die Startnummernausgabe verlief reibungslos. Die üblichen "Kollegen" waren auch da. Wir machten uns zusammen warm und gingen kurz vor dem Start in die Startaufstellung. Diesmal stand ich ganz gegen meine Gewohnheit ganz vorne. Im vergangenen Jahr hatte mich ein Grüppchen Walkerinnen geblockt und dem wollte ich vorbeugen.
Der Start verlief reibungslos, allerdings bremste mich schon nach nur 300 Metern ein einparkendes Auto aus. Wild fluchend und zusammen mit einigen Zuschauern auf den Autofahrer schimpfend (er parkt ja nur bei einer Laufveranstaltung), walkte ich weiter. Ich nahm mir den Erstplatzierten als Tempomacher vor und hängte mich an ihn. Einmal wurde ich dabei für ca 500 Meter überholt, aber nachdem ich die Kollegin hinter mir gelassen hatte, setzte ich mich nach 3 Kilometern an die Spitze.
Im Vergleich zum Vorjahr waren sehr wenige Streckenposten an der Piste, aber dieses Mal an den "neuralgischen" Stellen. Außerdem war die Strecke mit großen roten Pfeilen auf dem Boden markiert, so dass ich nicht Gefahr lief, mich zu verlaufen.
Aber ich durfte am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn im Wetterbericht "0,5 mm Niederschlag" steht: nach ca. 4 km setzte leichter Regen ein, der sich dann ab dem 7. Kilometer in Starkregen verwandelte. Aber - ich bin nicht aus Zucker, also: Augen zu und durch. Die Wasserstellen bei 4,5 und 7,5 Kilometern waren mir sehr willkommen und an genau den richtigen Stellen. Ich lief sehr entspannt und rund und konnte mich etwas absetzen. Nur musste ich meinen Pace im Auge behalten, um im Tempo nicht einzubrechen.
Im Ziel wurde ich vom Kommentator Peter Borsdorff empfangen und wurde auf den letzten paar Metern vor dem Ziel noch vom ersten der Läufer über 10k überholt. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit konnte ich die Ziellinie nach nur 1:14:06 h über"walken". Ohne das Scharmüzel mit dem Autofahrer nach dem Start hätte ich die 1:14er-Marke noch knacken können.
Aber mein Fazit: alles , im allen eine schöne Veranstaltung, die durch die Beschaffenheit der Strecke sehr attraktiv ist: 80% Wald- und 20% Asphaltboden. Der Wettkampf war besser organisiert als im vergangenen Jahr, aber es gäbe natürlich auch noch einige Punkte zu verbessern. So mussten die Walker in Regen über eine Stunde auf die Siegerehrung warten und der Herr vom LAC Mausbach, der die Siegerehrung vornahm, hatte ziemliche Probleme, die Namen auf den Urkunden vorzulesen, außerdem war die Akustik auf dem Sportplatz nicht besonders gut - in einer Entfernung von 10 Metern konnte man fast nichts mehr verstehen. Aber trotzdem: beide Daumen hoch, für mich war es der erste Saisonsieg, die neue persönliche Bestzeit und dank des Starkregens war auch meine Brille mal wieder gründlich sauber *grins*. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei.


Dienstag, 22. Juli 2014

Der "Backofen" von Birkesdorf, 19.07.14

Da mir der ISOLA 3-Brückenlauf im vergangenen Jahr sehr gut gefallen hat, stand er auch für dieses Jahr im  Terminkalender.
Schon als ich in Erkelenz losfuhr zeigte das Thermometer runde 30 Grad, in Birkesdorf angekommen war es bis auf 36 windstille Grad geklettert. An der Anmeldung herrschte Hochbetrieb, da einige startwillige Walker kurzfristig hitzebedingt auf den 5k "umbuchten" und einige Nachmelder da waren. So blieb nur der harte Kern (die üblichen Walkingkollegen) für die 10k übrig.
Der Start verlief pünktlich und reibungslos, die ersten Kilometer auf der 1. Runde gingen zügig. Bei KM 2 konnte ich noch einen Walker überholen und setzte mich an die 2. Stelle. Die Wasserstelle nach ca. 3k war mir willkommen und die nach 5k erst recht. Die Helfer standen mit Wasserschläuchen an der Strecke und man konnte sich leicht abduschen lassen, wenn man wollte.
Als die 1. Runde geschafft war, lichtete sich das Feld extrem. Klar - ein Großteil der Walker war damit ja im Ziel und nur wenige wagten sich auf die 2. Runde. Auf den verbleibenden fünf Kilometern nahmen allerdings alle Walker das Tempo merklich zurück - bei schwülen 36 Grad sind einfach keine sportlichen Höchstleistungen zu vollbringen. Da war allerdings deutlich zu merken, dass es ausschließlich erfahrene Walker waren, die die zweite Runde in Angriff nahmen - alle kamen unbeschadet ins Ziel, keiner überschätzte sich, keiner übernahm sich. Bei mir blieb die Uhr bei einer Zeit von 1:17:55 stehen, damit war ich 9 Minuten schneller als der Dritte. Im Ziel wartete ein Stand mit Wasser, Tee und frisch aufgegossenem ISO-Getränk auf die Teilnehmer.
Das Warten auf die Siegerehrung verkürzten wurde durch "Fachsimpeln", nette Gespräche und Erfahrungsaustausch bei alkoholfreiem Bier oder Fassbrause sehr kurzweilig. Mit der Urkunde im Gepäck ging es dann noch unter die Dusche und dann ab nach Hause.

Mein Fazit:
Im Vergleich zum vergangenen Jahr war die Veranstaltung besser organisiert. Wo im vergangenen Jahr noch die Walker am Ende der ersten Runde am Eingang des Parks auf die Bambini stießen, kam man sich dieses Jahr nicht ins Gehege - besser und sicherer für alle Beteiligten. Deshalb: Gerne nächstes Jahr wieder.

Ab ca. 0,42 min bis 1 min. Video Copyright by Vilvo.

Montag, 30. Juni 2014

Wow-wow-doppelwow: die schwäbische Seele

Seelen - eine (ober-) schwäbische Spezialität

Der Vorteig wird aus 200g Weizenmehl (550), 220ml Wasser und 5g Hefe angerührt. Die Zutaten in einem ausreichend großen Gefäß (bei mir ein 1,5l Messbecher) zu einer homogenen Masse verrühren, eine kleine Prise Zucker dazu und alles etwa 12-14h bei Raumtemperatur abgedeckt ruhen lassen.
Wenn der Vorteig genug geruht hat kann man ihn in eine Schüssel kippen (die Reste am besten mit einem Teigschaber aus dem Gefäß kratzen). Dazu kommen dann 800g Weizenmehl (550), 480g Wasser oder (so habe ich es auf Anregung einer Mit-Naschkatze gemacht) 1 Becher Buttermilch, 30g Hefe (ich hab ca 20g genommen) und 25g Salz. Alles entsprechend langsam mit der Küchenmaschine oder von Hand (spart einem die Monatsbeiträge fürs Fitness-Studio) verkneten. In ca 12-14 Minuten entsteht da ein wunderbarer geschmeidiger, nicht klebriger Teig. Diesen dann etwa eine Stunde gehen lassen, einmal zusammen schlagen und noch einmal gehen lassen.
Bei mir wurden dann aus dem Teig 11 Seelen zu ca 150g. Ich hab die Stücke abgewogen, zu Rollen geformt und diese dann mit der linken Hand leicht nach vorne gerollt und mit der rechten leicht nach hinten, so dass sie etwas „verzwirbelt“ waren. So, das hatte ich gelesen, sollten sie beim Backen ihre Form behalten.
Mit Wasser besprühen und mit Kümmel (oder auch mit Haferflocken) bestreuen und noch mal gehen lassen, bis der Ofen auf 250°C aufgeheizt ist. Auf den Boden des Backofens stelle ich bei jedem Hefeteig eine feuerfeste Form mit Wasser. Eigentlich kommt auf die „echten“ Seelen grobes Salz. Leider kann man sie dann nicht so gut aufbewahren, da sie dann sehr stark „Wasser ziehen“ und sich nicht so gut halten. Also habe ich auf Salzgarnitur verzichtet.

Ich habe sie dann bei 250°C in den Ofen geschoben und ihn dann aber direkt auf 180°C heruntergeschaltet, da er ja immer eine gewisse Zeit zum Hochheizen und Abkühlen braucht. In etwa 20 Minuten wurden sie goldbraun und wunderbar durch.

Man kann sie wunderbar einfach nur wegknuspern, süß oder pikant belegen, überbacken, in Scheiben schneiden und toasten – einfach nur genießen.

Viel Spaß! 

Mittwoch, 25. Juni 2014

Urlaub? Nein - Trainingslager!

Was für die einen Urlaub ist, ist für den anderen Trainingslager. Oder andersherum. Was für den einen eine glatte Schinderei, Sport ohne Ende und einfach nur Stress ist, war unser Urlaub im Donautal.
Wir waren von Samstag bis Sonntag dort, und da wir am Samstag sehr zeitig die Ferienwohnung bezogen haben, hatten wir noch einen halben Tag zur Verfügung, was uns insgesamt acht Tage Urlaub bescherte.
Und aus den acht Tagen haben wir das Maximum herausgeholt. Wandern, Walken, Training, Laufen, Sonne tanken und Vitamin D aufsaugen, Kontakte pflegen und neue herstellen, Museen besuchen und shoppen bis die Kreditkarte geglüht hat - so sah unser Urlaub aus. 
Zuerst war ich ja nicht sicher, ob ich überhaupt mit fahren sollte. Es war ein ewiges Hin und Her aus "Ja, klar, ich fahre mit" zu "Auf keinen Fall" und wieder zurück, Stress, Streit, Ritz-Rückfall - alles inklusive. Aber: ich bin dann doch mit gefahren.

Walter ist die ganze Strecke gefahren, ich hab fast nur geschlafen. In Hechingen machten wie einen Boxenstopp: Vorräte einkaufen (fast nur Gemüse!!!) und dann noch auf einen Abstecher in den Fabrikverkauf von Jockey, der mir ein Sortiment Unterwäsche, eine Kapuzenweste und für jeden eine Kapuzenjacke bescherte. Nach nur rund 7 Stunden Fahrt waren wir dann, auch Dank des Navis, das Walters Kollege und geborgt hat, an der Ferienwohnung angekommen.
Wie schon beim ersten Mal im Oktober wartete auf dem Küchentisch Kuchen aus dem Ofen der Vermieterin auf uns, dieses Mal Rhabarberstreusel. Und natürlich durfte auch das "Schokolädle" auf dem Koofkissen nicht fehlen.   
Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, die erste Brezel auf baden-württembergischen Boden und ein Stück Kuchen verspeist hatten, gings ab auf die Piste.
Zuerst einmal die schon bekannte Strecke der NordicWalking Halbmarathon DM (1/4 davon) , dann noch bergan zur Ruine Hausen (ca 200HM, aber die gerade aus hoch, also ca 1500m nur bergauf *uff*). Witzigerweise sagte meine Pulsuhr ein Maximum bei ca 5,5km/h von 118 Schlägen. Walter war da schon bei 169.  Er meinte dann, ich brauche die Pulsuhr dringend, damit man feststellen kann, ob ich in der Ruhe überhaupt noch Puls habe. Aber ja, habe ich. Immerhin ca 40 Schläge. Ausdauersportler halt.
Insgesamt waren wir als rund 16km unterwegs, haben ein leckeres Eis gegessen, uns dann auf die Dusche in der Ferienwohnung gefreut und uns dann auch noch der Vermieter das Internet frei geschaltet hat, war die Welt in Ordnung


Am Sonntag sind dann den ganzen Tag gewandert. Um 9 Uhr losgegangen und nach 16 Uhr wieder zu Hause gewesen. Allerdings war das Kloster in Beuron alles andere als der Brüller, so dass sich wieder einmal bewahrheitete: der Weg ist das Ziel. Und der Weg hatte es in mehrerlei Hinsicht in sich. Und wie!!! Er war insgesamt 35km lang und führte uns über teilweise übelst steinige Steigungen und Abhänge über 1000 Höhenmeter über insgesamt 5 Gipfel. Wir kamen an Burgen, Burgruinen, Aussichtspunkten und Gipfelkreuzen vorbei und hatten wunderschöne Aussichten auf Burgen, Burgruinen, Aussichtspunkte und Gipfelkreuze auf der anderen Seite der Donau. Und nach all dem Knie zittern bergab, Keuchen, Schwitzen und Fluchen bergan gab es in Beuron nicht mal die Gelegenheit, ein Eis zu essen, da nur 2 Gastronomiebetriebe geöffnet waren und in keinem draußen auf der Terrasse ein Platz frei gewesen ist. Also blieb es dabei, dass wir in der Klosterkirche nach einem stillen Gebet eine Kerze angezündet haben und Walter sich im Klosterladen eine Wurstkonserve vom Klostermetzger gegönnt hat. Wir sind den kurzen Weg (8km) zurück nach Hausen gewandert und haben uns dort in ein Eiscafe gesetzt. Wer behauptet, ein Eisbecher passt nicht zu alkoholfreiem Bier, der hat keine Ahnung. Das geht ganz gut zusammen. Der Erd
beerbecher war eine Wohltat, das Bier die reine Erfrischung. Und ich weiß jetzt, was Schmackerfatz-Eis in einem Kinder-Eisbecher ist. Nämlich lecker und passt hervorragend zu grasgrünen Haribo Gummifröschen

Das war noch einer der besseren Wege über die Hügel.




Tolle Blicke ins Donautal

Kirche im Kloster Beuron

Sieht zwar römisch aus, ist aber aus der Mitte des 19. Jahrhunderts: die Mauruskapelle



Pfingstmontag hatte Walter Geburtstag. Ich hab ihn ausschlafen lassen und bin morgens von 5.30 Uhr bis 7 Uhr schon mal 15km gelaufen, bis dann der Bäcker auf hatte. Ich hab ihn dann mit Laugenbrezeln und einem Stück Linzertorte überrascht und mit einer Tasse Kaffee geweckt. Allerdings hatten wir um 10 Uhr dann schon eine Verabredung zum Training mit Michael Epp, dem alten und neuen Weltmeister (übrigens auch an dieser Stelle: herzlichen Glückwunsch!!!). Ich hatte zum ersten Mal seit ich angefangen habe zu laufen die Möglichkeit, auf der Tartanbahn zu trainieren. Allerdings waren bei 35°C nur 7k drin und auch die nur mit Pausen. Ich war einfach nur begeistert, wäre es nicht so heiß gewesen, hätte ich nicht schon vom Samstag Sonnenbrand im Nacken gehabt, hätte ich vorher mehr trinken können... dann wäre mehr drin gewesen. War halt nicht so. Alles in allem ein schöner Tag. Walter bekam von Micha die Bestätigung, dass er sich seit Oktober enorm verbessert hat. Und ich hatte beim Laufen zum ersten Mal seit ziemlich langer Zeit sehr viel Spaß, vor allem, weil ich es mit dem Trinken und meiner Blasenschwäche koordiniert bekommen habe, und tatsächlich mal wieder entspannt laufen konnte, ohne ständig "wo ist das nächste Klo" denken zu müssen. Sehr schön und bietet endlich wieder positive Aussichten für Wettkämpfe, die spätestens 14 Uhr stattfinden. So lange ist es mit ein paar Schluck Wasser durchzuhalten, alles, was später ist, ist im Moment einfach nicht möglich, aber damit kann ich leben.










Im Anschluss ans Training sind wir dann noch ins Freilichtmuseum nach Kürnbach gefahren, da war Dampffest und das war einfach nur Klasse. Dampfmaschinen in klein, mittel und riesig. Von der Tisch-Dampfmaschine über eine Dampf betriebene Spielzeugeisenbahn bis hin zur Dampf betriebenen Dampfwalze war eigentlich alles dabei. Super interessant, ich bin ja eh ein Fan von Freilichtmuseen aller Art und wir haben auch schon jede Menge zwischen Schleswig Holstein und Bodensee besucht.


Fast alle Dampfmaschienen fuhren herum oder waren in Betrieb

Dreschmaschine






Der Dienstag - naja, den gabs auch. Aber er ist es eigentlich gar nicht wert, dass man über ihn etwas schreibt. Ich habe nämlich nichts gemacht und ab 16 Uhr etwa war ich dann allein zu Hause, weil Walter zuerst  einkaufen und dann zum Lauftreff nach Altshausen gefahren ist. Ich hab in der Zwischenzeit den Haushalt geschmissen, sprich: ich hab das Bad geputzt, die komplette Wohnung gefegt, abgewaschen und gekocht. Nudeln mit Tomaten-Gemüsesoße und Salat, dazu geschmorte Champignons, Zwiebeln und ein bisschen gebratenen Blumenkohl. Etwas unsicher stimmten mich die Wettermeldungen aus der Heimat, da waren schwerste Unwetter vorhergesagt. Für Hausen standen die Zeichen auf Gewitter mit Hagel. Okay, es gab tolle Blitze quer durchs Tag, gedonnert hat es auch. Aber der Hagel blieb und zum Glück erspart. 

Den Mittwoch haben wir teilweise im Freilichtmuseum Heuneburg verbracht. Dort ist eine keltische Siedlung restauriert und sehr interessant aufbereitet worden. Wir sind rund um die dortigen Hügelgräber 10 km weit gewandert. Die Strecke führte uns quer durch Wald und Flur und es war einfach nur schön. Mein Sonnenbrand schmerzt nicht mehr, wir haben abends lecker gegessen, ein rundum erfolgreicher Tag.




Blick von der Heuneburg


Überall sieht man dort "Zeichen" der Kelten, hier 2 Königsgräber


Donnerstag morgen haben wir spontan beschlossen, eine Trainingseinheit einzulegen. Das Wetter lud geradezu dazu ein und da ich mich trink-technisch schon darauf eingestellt hatte, den Tag abseits von Toiletten zu verbringen, konnte ich tatsächlich 15km auf dem Donautal-Radweg laufen (45 Minuten hin, 45 Minuten zurück und noch ein bisschen drumrum - vor allem massig bergauf), Walter ist die DM-Strecke zweimal gewalkt. 
Freitag wussten wir erst nicht, was wir machen wollten, dann sind wir ganz spontan nach Metzingen ins Outlet gefahren. Und der Trip war so spontan wie erfolgreich: eine kurze Hose, ein T-Shirt und einen Pullover von Jack Jones für Walter, dazu ein Laufhemd beim Kaffeeröster. Einen Sport BH von Triumph, ein Hemd bei Jack Jones, einen Bademantel bei Schiesser, Sportkopfhörer vom Kaffeeröster, einen Sparschäler von WMF für mich und für jeden noch Laufsocken von Falke - gekrönt wurde das ganze von 3 Minitäfelchen Schokolade (2 mal dunkle Mint und einmal Cresta) und einem Mini-Nice to sweet you in Caramel Brownie von Lindt. Leckerer konnte man die Schnäppchen-Tour nicht beschließen.
Der Samstag stand wieder im Zeichen des Trainings: erst Einzeltraining, dann Lauftreff, insgesamt halt fast vier Stunden Sport. Walter ist mit Micha die Altshausener DM-Strecke gewalkt und war dann noch mit dem Lauftreff unterwegs und da es heute nicht so warm war, konnte ich auf der Bahn endlich mal komplett die Halbmarathon-Distanz laufen. 
Und so sieht das Fazit in nackten Zahlen aus:
sleepie: 117km gelaufen/gewalkt/gewandert. Dazu ca 1400 Höhenmeter erklommen. Das macht insgesamt durchschnittlich fast 20km am Tag. Ich bin ziemlich zufrieden mit mir. 
Walter: 113km Streckenlänge und 1900HM (zwei Tage haben wir ja getrennt trainiert, daher der Unterschied).
Vier Maschinen Wäsche, vor allem Sportklamotten, zweimal Sonnenbrand, 3 Freilichtmuseen (auf dem Heimweg waren wir noch in Beuren/Esslingen beim Museumsfest), reichlich Brezeln, Seelen und das übliche Gemüse, super Training und sehr gute Anregungen von Michael Epp - alles in allem bin ich froh, dass ich mit gefahren bin. Und ich bin stolz auf mich, weil ich zum ersten Mal seit ewigen Zeiten die Halbmarathondistanz mal wieder komplett durchgelaufen bin.


In Beuren konnte man sehen wie früher gearbeitet wurde.





Fast nur Bügelwäsche
Der ganze Wäscheberg

Samstag, 21. Juni 2014

34. Int. Volkslauf "RAKKESCHLAUF" in Roetgen, 21.06.14

Am Samstag 21.06.14 war es soweit: mein 1. Start nach der Trainingswoche im Donautal.
Ich suchte mir den RAKKESCHLAUF in Roetgen aus, da es dort eine offizielle Zeitnahme gab und die Anfahrt im Vergleich zu Duisburg nicht allzu weit war.
Bis auf einen kleinen Stau nach dem Aachener Kreuz war die Fahrt kein Problem. Ich kenne die Strecke bis Aachen-Lichtenbusch ja berufsbedingt auch eigentlich im Schlaf. So kam ich zeitig in Roetgen an und konnte noch einen guten Parkplatz direkt neben dem Rathaus ergattern. Die Startnummernausgabe verlief reibungslos. Die üblichen Walkingkollegen waren auch da, wir haben nett geplauscht und Erfahrungen der letzten Wochen ausgetauscht.
Da die Bambini- und Kinderläufe aus Sicherheitsgründen aufgeteilt worden sind, startete der Walk mit einer kleinen Verspätung von 5 Minuten. Kaum merklich "kletterte" man über die ersten ca. 4 km von 408 HM auf 550 HM. Erst nach gut 2 km merkte man es dann doch in den Beinen. Nach ca. 3 km konnte ich noch einen Walker überholen und setzte mich hinter die Zweitplatzierte. Leider hatte ich keine Möglichkeit mehr sie zu überholen, denn ab ca. 5 km ging es im Prinzip nur noch bergab und sie konnte ihr Tempo nicht nur halten, sondern auch noch ein paar Meter gutmachen.
Den Erstplatzierten konnte ich von Weitem zwar zum Teil noch sehen, aber mit seinen riesigen Schritten (er ist ca. 2,10m groß) war er für keinen von uns mehr einzuholen. Und dennoch: mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:15:19, erreichte ich das Ziel! Mein 3. Platz in der Gesamtwertung (2. Platz bei den Herren, 1. Nordic-Walker) wurde nicht nur mit einer Urkunde, sondern auch mit einer Flasche Wein und einem Pokal belohnt.

Insgesamt ist es ein sehr schöner Lauf mit ca. 40% Waldboden/Schotter und 60 % Asphalt. Der Weg ging teilweise über die zum neu angelegten RAVel-Radweg umgebaute Trasse der ehemaligen Vennbahn. Die Strecke war sehr gut kilometriert und an allen wichtigen Punkten standen Streckenposten und es gab deutliche Markierungen an Bäumen und auf den Wegen. An den Straßenüberquerungen sperrten Mitglieder der örtlichen Feuerwehr die Straße für jeden kurzfristig ab. Flüssigkeitsnachschub gab es an zwei Wasserstellen (bei 2,5km + 7km). Schön war auch die Atmosphäre, für die die vielen Zuschauer entlang der Strecke sorgten. Nach dem Zieleinlauf konnte man seine  Reserven mit Bananen und Wasser wieder auffüllen und fürs anschließende gesellige Beisammensein gabs Getränke, Kuchen und Leckeres vom Grill zu zivilen Preisen.
Von meiner Seite also ein sehr großes Lob an den Veranstalter, den TV-Roetgen. Ich habe selten eine so gut organisierte Veranstaltung erlebt, weiter so! So macht die Teilnahme richtig Spaß.